Nepal und Bhutan

Im Frühjahr 2017 und im Herbst 2019 hatten meine Kollegin Dr. Hannelore Besser und ich im Auftrag des Senior Expert Service im Bereich Deutsch-als-Fremdsprache am Goethe Zentrum in Kathmandu gearbeitet. Während des zweiten Aufenthaltes besuchten wir das benachbarte Königreich Bhutan, das Land mit dem höchsten Glücklichkeitsfaktor auf dieser Welt.

Der Beitrag schildert in kleinen Geschichten Erlebnisse und gibt Auszüge aus Briefen, Mails und Tagebuchaufzeichnungen wieder.

Ihr Lieben,

nach einer relativ schlaflosen Nacht auf dem Flug (trotz Notausgangplatz) war ich um Viertel nach 11 Uhr Ortszeit in Nepal angekommen. Die Uhrzeit wurde 4 3/4 Std. vorgestellt, ich glaube, es ist das einzige Land, das mit Viertelstunden bei der Zeitverschiebung arbeitet.

Schon der Landeanflug auf Kathmandu war aufregend. Irgendwann  tauchten im Norden (ich hatte einen Fensterplatz auf der linken Seite) auf gleicher Höhe schneebedeckte Gipfel auf, die bei bei zunehmenden Höhenverlust immer mehr oberhalb von uns lagen. Es war das Annapurna-Massiv, knapp über 8000 m,  wohl einer der schwierigsten Berge der Welt, welcher von dem Franzosen Maurice Herzog 1950 erstmalig bestiegen wurde.

Dann kamen wir immer mehr in die Nähe von Kathmandu, das Flugzeug manövrierte sich durch durch steile Hügel hindurch, die im Terrassenbau bewirtschaftet wurden.

Plötzlich lag die Stadt vor uns, wir setzten auf die holprige Landebahn,  stiegen aus und gingen zum Abfertigungsgebäude hinüber. Passkontrolle, Geldwechseln war kein Problem, auf die Koffer wartete ich fast eine Stunde, draußen empfing mich Jürgen, der Leiter des Goethe-Zentrums, ein sympathischer Harburger (ging in den 70-er Jahren an der Marestraße zur Schule), er meinte, ich sei ja sehr schnell gewesen, sonst würde es noch länger dauern. Er hatte ein Taxi bestellt, er selbst führe kein Auto, sagte er, er hätte ein Motorrad.

Ich hatte mich auf Kälte eingestellt, aber draußen waren 22°, ich zog eine Jacke nach der anderen aus.

Wie Indien hat Nepal Linksverkehr, und die meisten sind mit dem Motorrad unterwegs. Tausende von Fahrzeugen, die sich laut hupend durch die Straußen schieben.

Wir fuhren nach Patan, oder heute Lalitpur, es ist eine der Königsstädte in Nepal und  ist von Kathmandu nur durch den heiligen  Fluss Bagmati getrennt. Dort trafen wir Surendra, ein gut Deutsch sprechender Nepali, der für Jürgen (der neben seinem Job im Goethe-Zentrum eine große deutsche Trecking-Agentur vertritt) und für Jürgens Kunden als Reiseführer arbeitet. Wir gingen eine schmale Gasse zum Temple House, mein Heim für die nächsten Wochen (www.templehousenepal.com)

Große, aber niedrige Zimmer („watch your head!“), im nepalesischen Stil, ohne Heizung, mit WIFI, einer freundlichen Managerin (aber alle Leute sind extrem freundlich und gut aussehend).

Ich beziehe ein Zimmer im 4. Stock, über eine schmale steile Treppe zu erreichen, und dann gehen wir zum Durbar Square, dem Tempelplatz. Wir essen im Café du Temple, es ist der Besitzer meines Hotels, aber das Lokal ist voll auf Tourismus eingestellt, auch die Preise sind für nepalesische Verhältnisse der Location mehr als angemessen, aber ich bekomme 30% Rabatt, weil ich  sein Hotelgast bin, und außerdem werden diese Kosten übernommen.Aber ich genieße bei einem Chowmein mit Büffelfleisch die gute Aussicht und lausche den Tipps von Jürgen und Surendra.

Wir gehen zum Hotel zurück, ich packe aus und stelle fest, dass ich wieder viel zu viel mitgenommen habe, aber Wichtiges vergessen habe. Es ist so, wie es immer ist!

Surendra holt mich nochmal ab, wie gehen durch Patan, besichtigen einige Tempel und ich lerne immer mehr über Buddhismus und Hinduismus. Surendra, der sich wie viele Nepali sowohl als Buddhist als auch als Hindu bezeichnet, behauptet, er würde noch einer dritten Religion huldigen , nämlich dem Tourismus.

Ich schlafe bis 7, gehe dann zum Café du Temple, esse ein Curry und trinke ein Everest-Bier, und falle dann todmüde ins Bett, schlafe bis 1, dann ist Schluss, Jetlag! Erst gegen Morgen werde ich wieder müde, stehe dann aber doch um 7 auf, gehe unter die lauwarme Dusche mit dem viel zu dünnen Strahl und frühstücke.

So, das war der erste Tag und die erste  Nacht, später mehr! 

Wegbeschreibung

Das Tor zur Königsstadt Patan

Nach dem Frühstückseinerlei meines Hotels Temple House (Fruchtsaft aus dem Brick, Omelett-Käse-Sandwich, getoastet, Tee mit Honig und Zitrone) verlasse ich meine Unterkunft über den Hof, setze  meine Maske auf und gelange durch einen Torbogen auf eine schmale Gasse. Ich halte mich links und stoße nach wenigen Metern auf einen Tempel, der gerade mit Bambushölzern eingerüstet ist, um die Erdbebenschäden von 2015 zu beheben. Ich wechsle die Straße nach rechts, auf der von der UNESCO restaurierten Straße muss ich den zahlreichen Motorrädern ausweichen, die offensichtlich in Kathmandu überall Vorfahrt haben. Ich komme an dem Andenkenladen mit den Postkarten vorbei, dessen Besitzer mich gleich zu Beginn um viele Hundert Rupien beschissen hat, als ich Ansichtskarten und Briefmarken gekauft habe, eine Reklamation nach Rücksprache mit dem Hotelboy ersparte mir die Hälft des Preises, er hatte immer noch ein gutes Geschäft gemacht. Die nächste Gasse biege ich links ab, hier fahren kaum Motorräder, es ist zu schmal. Am Anfang sitzt eine Verkäuferin auf dem Boden, sie bietet Blumen in den Farben gelb und rot an, die heiligen Farben im Hinduismus und Buddhismus. Doch in den nächsten Geschäften auf der linken Seite herrscht rot vor: Es sind die Fleischereien, die vor allem Büffelfleisch zerlegen, die Innereien auf ihrer Theke präsentieren, die Büffelköpfe spalten. Sie bieten auch Schaf-, Ziegen- und Schweinefleisch an. Rechts befindet ein Geschäft mit Maschinen wie Kreissägen, Fliesenschneider und Geräte mit Trennscheiben für Stahl und Stein sind dort zu haben. Nun biege ich auf den Marktplatz von Patan ein. Alle Sorten von Gemüse, vor allem Broccoli, Blumenkohl, Rettich, Kartoffeln, Knoblauch, Zucchini, Karotten, Bohnen, Mangold werden hier angeboten, sortiert, vom Staub mit dem immer gleichen Tuch befreit. Weiter in der ersten Marktgasse sind die Fischstände. Welse (noch lebend in Wannen), Karpfen, Weißfische, Forellen werden angeboten, von Schuppen befreit, wo es notwendig ist, in Stücke geschnitten, wenn es verlangt wird, filetiert für die, die keine Gräten haben wollen. Auch hier wieder schließen sich die Metzgerstände an, sie säbeln Fleischstücke nach Anweisung ihrer Kunden von den halben Büffeln und ganzen Schafen und Ziegen, eine Zerlegetechnik und anschließende Präsentation von einzelnen Fleischteilen  wie in unseren Metzgereien scheint es nicht zu geben. Ich muss den Markt nach links wieder verlassen, noch wenige Meter, dann biege ich am Feuerlöschteich, in dessen Mitte sich ein Tempel befindet, rechts ab. Hier sind die Tischler tätig, sie sägen, hobeln, zapfen, nageln und schrauben, alles massives Holz, alles ohne elektrische Geräte. Am Ende des Feuerlöschteiches beginnt die Gasse der Fahrradreparaturgeschäfte, hier werden schon am Morgen die Felgen aufgespeicht, die Reifen geflickt, die Tretlager erneuert,  die Fahrräder gewaschen, alles für einen Stundenlohn von 1,5 Dollar. Links sind wieder die Gemüsekarren, am Morgen sind die einzelnen Sorten noch hoch zu einem farbenfrohen Kunstwerk aufgetürmt.

Jetzt biege ich links in die von vielen Motorrädern befahrene enge Gasse ein, hier sind kleine Straßenrestaurants, die auch schon am frühen Morgen „Dal Bat“ (mit Chili scharf gemachte Linsen, Gemüse und Reis) oder „Momos“ (vegetarisch oder mit Hühnerfleisch gefüllte Teigtaschen mit scharfer Soße)) anbieten, die nepalesischen Nationalgerichte. Jetzt,  direkt vor den Restaurants, warten die Taxis auf mich oder andere, sie stehen in einer Reihe vor dem Patandoka, dem Tor nach Patan, ihre Besitzer reinigen sie permanent trocken oder mit dem Wasser aus einer Flasche, denn Kunden steigen gern in das sauberste Taxi ein. Bei mir haben sie kein Glück, ich gehe weiter zu Fuß unter dem Torbogen des Patandoka (Stadttor nach Patan) hindurch, entlang des Buchladens und des Postamtes auf der linken Seite, vorbei an den Garküchen, die leider für ihre gebackenen Speisen viel zu oft zu altes Öl verwenden, immer den Berg hinunter. Jetzt befindet sich rechts hinter der 1,8 m hohe  mit Natodraht gesicherte  Mauer (über die ich im Gegensatz zu den meisten Nepalesen hinwegschauen kann) die UN-Welthungerhilfe, am Tor zwei wohlgenährte Security Männer, die es für die von ebenfalls von wohlgenährten Chauffeuren gesteuerten weißen Toyota Landcruiser mit  blauem UN-Emblem  und ihrer genauso wohlgenährten internationalen Entourage  gelegentlich  öffnen müssen. Jetzt kommt der schönste Moment meines morgendlichen Schulweges:  vor der Polizeistation auf der rechten Seite wartet ein Hundewelpe auf mich, ich hatte ihm vor einigen Tagen einen Hühnerknochen zum Knabbern mitgebracht. Wenn er mich sieht oder riecht, springt er auf, kommt zu mir, beschnuppert mich und lässt sich von mir streicheln, einer von den vielen Straßenhunden, die niemandem gehören, aber von allen als Lebewesen respektiert werden, am liebsten würde ich ihn mit nach Deutschland nehmen und ihn jemandem schenken….

Rechts befindet sich jetzt mein Lieblingsstillleben. Ein uraltes Autowrack, aus dem die Gräser und Blumen herauswachsen. Ein wahres Kunstwerk! Und links auf einer weißen Mauer mit roter Farbe aufgemalt ein Bild eines unserer Helden der 70-er Jahre: Che Guevara, dazu Parolen der maoistischen Partei in Hindi und Englisch.

Auf der rechten Seite kurz vor der technischen Universität kommen viele Schüler und Schülerinnen mit ihren Motorrädern und Scootern, nach ihrer Ausweiskontrolle dürfen sie auf den Campus, ebenso auf der gegenüberliegenden Seite, wo die Studenten einer Privatuniversität Einlass auf ihren Campus begehren.

Jetzt ist die Zeit, wo die Fahrradgemüsehändler ihre zentnerschwer bepackten Zweiräder den Berg nach Patan hinaufschieben. Kartoffeln, Karotten, Blumenkohl und vieles mehr, vorne haben sie für ihre Verkäufe eine Tellerwaage am Rad hängen, die Waage der Gerechtigkeit.

Gleich mündet am Himalaya Hotel (fünf Sterne in Bronze hängen am von uniformierter Security bewachten Eingangstor) die Abzweigung von Patandoka  in die  vierspurige Hauptstraße, auf der sich jetzt eine endlose Schlange von wenigen Fahrrädern, vielen Autos  und dreimal so vielen Motorrädern in Richtung Bagmati-Brücke (sie ist die Verbindung von Patan mit Kathmandu) schiebt, begleitet von einem permanenten Hupkonzert. Hier beginnt die Staubmaske, die ich schon beim Verlassen des Hotels aufgesetzt habe, extrem wichtig zu werden. Besonders die mit Diesel betriebenen Laster, Busse und Kleinlaster stoßen permanent tiefschwarze Rußwolken aus, so dass man oft die andere Straßenseite nicht mehr erkennt.

Mit mir schieben sich unendlich viele Menschen in Richtung Flussbrücke, meist Schüler in ihren modischen oder traditionellen Schuluniformen,  schon am frühen Morgen sorgfältig zurechtgemachte Frauen, die meisten Geschäfte haben um diese Zeit noch ihre Rollläden herunter, es ist noch keine Zeit um Geld zu verdienen.

Jetzt kommt an einer kleinen Straßeneinmündung der halbmeterhohe Bordstein,  ich schaffe es gerade noch, auf der einen Seite runter und auf der anderen Seite wieder hoch zu steigen, beobachte aber immer wieder, wie man anderen älteren Menschen eine Hand bietet, um herab- und hinaufzusteigen.

Kurz vor der Brücke kommt mein Lieblingsfahrradladen, der Besitzer und einer seiner Mitarbeiter sind dabei, mindestens 100 Räder aller Größen herauszustellen und mit den Vorderreifen  und einem Haken an einer Metallstange aufzuhängen.

Auf der Brücke verweile ich und schaue hinunter, neben dem Ufer wird ebenfalls unter der Brücke eine neue Straße gebaut, ich beobachte, welche Fortschritte in den letzten 24 Stunden gemacht wurden.

Der Fußweg auf der Brücke ist eng, immer wieder muss man aufpassen, nicht auf die Fahrbahn gedrängt zu werden, auf der die Motorräder genauso eng vorbeibrausen. Am Ende der Brücke schaue ich auf die Slumsiedlungen, die sich am Fluss auf dieser Seite entlangziehen,  die Menschen sitzen vor ihren Hütten am Feuer, die Kinder spielen, offensichtlich gehen sie nicht zur Schule.

Jetzt kommt der Motorradreparaturbetrieb, an dem ich immer voller Neugier verweile, auf der Straße werden Zylinderköpfe abgeschraubt, neue Dichtungen eingesetzt, Räder herausgenommen, Ketten  genietet, der Kunde steht daneben und wartet auf sein Fahrzeug.

Nach der Brücke muss ich rechts in den Stadttei Thapatali einbiegen, Gerade hockt die alte Maisverkäuferin auf dem Boden, um ihr Feuer zu entfachen, auf dem sie den Mais rösten wird.

Auf meiner Straßenseite befindet sich die „Apothekenstraße“. Eine Straßenapotheke schließt sich an die nächste, unterbrochen von kleinen Garküchen, die Momos und in Öl ausgebratene Backwaren anbieten. Der Grund: links befindet das Norvic-Krankenhaus, die Angehörigen der Patienten müssen draußen die Medikamente erwerben, und auch das Essen müssen sie für die Patienten mitbringen, Und vor dem Hospital steht eine lange Reihe Taxis, die auf eine möglichst lange Tour hoffen, ein kurze Strecke mit mir nach Patan haben sie mehrfach abgelehnt.

Jetzt kommt das letzte Stück. Rechts wieder Fahrradreparaturläden, links eine kleine Polizeiwache, dann der Parkplatz für die Ambulanzen des Hospitals, und dann taucht das Schild „Goethe-Zentrum Kathmandu“ auf, mein Arbeitsplatz. Ich schreite durch das Tor, nehme meine Staubmaske ab, begrüße Hausmeister und Studenten und gehe durch den Garten hinauf zum Lehrerzimmer.

Nach 35 Minuten Schulweg bin ich am Ziel angekommen!

Der Ort, wo man in Kathmandu Deutsch lernt

 

Die Herren der Nacht

Morgens, wenn ich das Haus verlassen, liegen einige schon vor dem Eingang, andere vor dem gegenüberliegenden Tempel. Sie strecken alle Glieder von sich, einige blinzeln entspannt in die Sonne, von mir und meinem Fahrrad nehmen sie keine Notiz, ich muss mich zwischen ihren Körpern durchlavieren, bis ich an die Straße komme. Überall, wo schon Sonne durch Häuserlücken dringt, nutzen sie die Sonnenplätze, auch wenn es mitten auf der Gasse ist, sie genießen die erste Wärme des Tages.

Ich biege links ab, komme zum Tempelplatz, an dem mein Lieblings(büffel)metzger seinen Stand hat.

Er bereitet seinen Zerlegeplatz vor,  hier sind sie hellwach, schauen begierig auf seine Hände, denn immer wieder schneidet der Metzger kleine Fitzelchen ab,  und wirft sie auf die Straße, sie springen sofort darauf zu, manchmal kämpfen sie auch um die ihnen zugeteilte Stücke. In erfolgloser Konkurrenz zu ihnen stehen nur drei Hühner, die auch auf einen Leckerbissen hoffen, denn der aufmerksame Metzger denkt auch gelegentlich an sie.

Auf dem freien Tempelplatz selbst zwischen den Blumen- und den Butterlampenverkäuferinnen erwärmt schon die Sonne den mit Ziegeln gepflasterten Boden, auch hier liegen sie wieder entspannt auf der Erde. Weiter unten auf dem Weg, an einem Brunnen, an dem die Menschen ihre Kanister mit Trinkwasser füllen, spielen die Jungen unter ihnen miteinander, simulieren freudige Kämpfe, beugen ihr Maul mit scharfen Zähnen über den Hals des untenliegenden, ohne zuzubeißen. Sie jagen sich auf dem jetzt noch still und verlassen liegenden Kinderspielplatz am Ende der Straße, weiter unten beschnuppert ein männliches ein weibliches Wesen, da es offensichtlich den richtigen Duft hat, springt das männliche von hinten auf das weibliche, das den Akt geduldig und offensichtlich einvernehmlich über sich ergehen lässt.

 

Weiter unten am Fluss laufen sie in Rudeln durch den UN-Park, suchen im Müll nach Essbarem, jagen im schmutzigen Wasser des Bagmati Enten und andere Wasservögel.

Nachdem ich mit meinem Rad auf der Fußgängerbrücke den Fluss von Patan nach Thapathali überquert habe, fahre ich an den Slumhütten am Bagmati vorbei. Dort sehe ich definitiv mehr von ihnen in der Sonne liegen als Menschen vor den Hütten stehen. Groß, klein, männlich, weiblich, mehr jung als alt, schwarz, weiß, braun, beige, gefleckt, vielen sieht man ihre Verwandtschaft an. Ich weiche ihnen auf der holprigen Straße aus, sie scheinen mich nicht zu beachten, diese freundlichen, friedfertigen Wesen. Auch auf meinen letzten Metern zum Goethe-Zentrum begegne ich ihnen, dort allerdings verwehrt man ihnen den Einlass in den Garten.

Manchmal muss ich im Goethe-Zentrum bis zum Abend bleiben, muss also in der Dunkelheit zurück, fahre wieder am Fluss entlang, über die Brücke durch den UN-Park. Doch, sie sind da, aber wo ist ihre Freundlichkeit, ihre Friedfertigkeit, ihre Schläfrigkeit? Warum wollen sie ihre Reviere gegen mich verteidigen, warum rotten sie sich zusammen, warum knurren sie mich an, verfolgen mich bis zum Ende ihres Revierstreifens, wo sofort andere auf mich zukommen? Sie spüren meine Angst, sie haben keinen Respekt, sie nutzen die Dunkelheit, in der sie viel besser sehen können als ich!

In der Gasse hoch zu meinem Haus sind sie noch für den Moment friedfertiger, zu viele Zweibeiner sind auf der Straße, von deren Abfällen sie morgen wieder leben wollen.

Ich komme gerade rechtzeitig vor dem abendlichen Gewitter in mein Haus, esse und lege mich in mein Bett. Das Prasseln des Regens hört auf, aber die Zweibeiner sind alle in ihren Häusern verschwunden, selbst die Affen, deren Kreischen man am Tag an manchen Stellen hört, wenn sie sich um Futter streiten, sind irgendwo zur Ruhe gegangen. Ich will in meinen verdienten Schlaf fallen. Doch jetzt gehört ihnen die Straße, den Herren der Nacht. Sie kämpfen um ihre Reviere, sie stellen ihren weiblichen Artgenossinnen nach, sorgen für Nachwuchs, sie bellen, sie kläffen, sie knurren, sie beißen sich und schreien vor Schmerz. Und so geht es die ganze Nacht, vor meinem Fenster zum südlichen Hof, zum Tempelplatz unter dem nördlichen Fenster, auf der menschenleeren Gasse, von überall höre ich sie, bis zum Morgengrauen gegen halb sechs, sie übertönen den Lärm der auf dem nahen Airport die ganze Nacht startenden und landenden Flugzeuge. Dann suchen sie die ersten Sonnenstrahlen, strecken alle Viere genüsslich von sich und erholen sich von ihrem anstrengenden Nachtleben. Und warten auf die nächste, in der sie wieder die Könige der Straße und die Herren der Dunkelheit sind.

Anmerkung:

Es soll in und um Kathmandu über 150.000 herrenlose Straßenhunde geben. Es werden ständig mehr. Es gab vor einigen Jahren Aktionen, um Rüden zu kastrieren und Hündinnen zu sterilisieren. Diese Maßnahmen hat man wieder eingestellt, aus religiös-weltanschaulichen Gründen, und eine regelmäßige Tötung von Straßenhunden, wie ich es in Ägypten erlebt habe, kommt in dieser Kultur aus Respekt vor jeglichem Leben (außer im Bürgerkrieg zu Beginn dieses Jahrtausends, in dem Zehntausende Menschen sich selbst gegenseitig umgebracht haben) nicht in Frage.

Patan, 4.4.2017

 

 

Das sind die Herren und Damen der Nacht

 

Stadterkundung und Alltag in Kathmandu

Surendra holt mich um 9.30 Uhr hab.  Ich habe mein Omelett in der Lobby gegessen, Masala nennen sie es, mit Paprika, Zwiebeln und Tomaten. Wir gehen zum Patandok, dem alten Tor zur Königsstadt Patan, nehmen dort ein Taxi, um in den Ostteil von Kathmandou zu fahren, wo der Swavambunathtempel-Stupa (Tempel, Schrein) liegt, eines der ältesten buddhistischen Heiligtümer, das aber ebenso von Hindus verehrt wird. Wir steigen die 365 Stufen hinauf, ich komme außer Atem und ins Schwitzen, aber um so mehr kann ich oben den Ausblick auf schneebedeckte Himalayagipfel   und auf die Schönheit des Tempels genießen. Auch Surendra betet, neben unzähligen anderen Gläubigen an vielen kleinen Tempel, dreht die Gebetsmühlen im Uhrzeigersinn, wie es der buddhistische Glaube vorschreibt. Überall liegen Hunde, und ihnen wird der beste Platz an der Sonne  und für das Futter nur von den Affen streitig gemacht, die die eigentlichen Herren der Tempelanlage zu sein scheinen.

Nach dem „Abstieg“ kommen wir in eine Gasse, in der nur tibetische Waren verkauft werden.  In Kathmandu  leben Hunderttausende von Tibetern, die selbst bzw. ihre Vorfahren aus dem von China annektierten Nachbarland geflohen sind.

Mit dem Taxi fahren wir weiter nach Bodnath, eine der größten buddhistischen Stupa überhaupt. Rund um den Tempel mit einer 36 m hohen weißen Kuppel finden sich viele Andenkengeschäfte und Restaurants. Wir gehen erstmal ins Restaurant, das nach Surendra Qualität zu günstigen Preisen verspricht. Er bestellt nepalesische und chinesische Köstlichkeiten, unter anderem Momos, gefüllte, gedämpfte Teigtaschen, die man in eine scharfe Soße taucht, Ein Gericht mit gebratenem Tofuscheiben, chinesische Nudeln mit Hühner- zw. Büffelstreifen, und eine Portion Pommes. Wir genießen auf der Dachterrasse nicht nur das wohlschmeckende Essen, sondern vor allen den  herrlichen Blick auf den Tempel. Ich drehe alleine eine meditative Runde um die Anlage, spüre ein wenig Ruhe in mich einkehren.

Danach besuchen wir die Stadtteile Thamel, Chetrapati und Indrachowk mit den vielen kleinen Themengassen, den nahegelegenen Durbar Square von Katmandu besuchen wir auf Anraten von Surendra nicht, man müsse dafür mehr Zeit haben, meint er.

Ich kaufe mir in einem Optikergeschäft noch eine neue Lesebrille, meine alte war am Tag zuvor kaputt gegangen.

Anschließend geht es zum Goethe-Zentrum in Thapatili, nahe der Brücke über den Bagmative River, der Kathmandu von Patan trennt. Dort treffen wir Jürgen und die meisten dort arbeitenden Kollegen, es ist eine alte, in Teilen schon etwas marode villenartige Anlage. Wir sprechen meinen Arbeitseinsatz durch, und ich fahre mit Gina, eine junge deutsche DAF-Kollegin, die ebenfalls in Patan wohnt, mit dem Taxi zurück. Ich gehe ins Hotel, will ein wenig ausruhen, Surendra und Gina gehen noch einen Kaffee trinken.

Abends gehe ich ins Café du Temple essen, ich bestelle wieder ein vegetarisches Curry mit Reis und trinke eine 0,625 l Flasche Everest-Bier leer. Anschließend gehe ich ins Bett, kann aber nicht einschlafen, es ist der Jetlag, es sind die Gedanken, die in meinem Kopf kreisen; und es ist der Husten, der mich wieder plagt, hervorgerufen durch den Staub auf den Straßen, den Abgasen von Zehntausenden Motorrädern, die die Straßen bevölkern. Ab Morgen werde ich auf den Straßen wie jeder dritte hier auch eine Staubmaske tragen, vielleicht wird es besser!

10.2. Surendra holt mich ab und bestellt mir ein Taxi, das mich zur Deutschen Botschaft bringen soll. Jürgen, der mit dem Motorrad gekommen ist, wartet dort schon. Personen und Taschenkontrolle, Aufenthalt in der Schleuse, Ausweis, dann sind wir drin. Jürgen wird sofort von einer Elke empfangen, die in der Visaabteilung zwei junge Frauen testen will, die als au Pair nach Deutschland gehen wollen. Sie ist von den bisherigen Ergebnissen enttäuscht, meint, das Hörverstehen und das Sprechvermögen würde nicht ausreichen, um diese Tätigkeit auszuüben. Andererseits verlangt das AA nur eine A1 Prüfung, also allerhöchstens Grundkenntnisse. Das Interview findet durch eine Glasscheibe hindurch statt, beide haben ein Headset auf. Natürlich ist die Situation für die junge Nepalesin sehr angstbesetzt, aber sie schlägt sich wacker. Anschließend erläutert uns E., dass es Probleme gibt:  Die jungen Frauen werden alle über Agenturen nach D vermittelt, ein Teil kommt gar nicht in den Familien an, sondern verschwindet gleich im Schengen-Raum, ein weiterer Teil absentiert sich in den ersten drei Monaten, nur wenige kommen nach einem Jahr nach Nepal zurück. Auch aus diesem Grunde müsse man strenge Maßstäbe anlegen, meinte E. Die Agenturen würden mit Schlepperbanden zusammen arbeiten, die ihre „Kunden“ nach Europa durchreichen. Ich konnte dies Problem auf einmal gut verstehen.

Um 9.30 Uhr gehen wir zum Botschafter, Jürgen kennt ihn gut, auch von privaten Treffen.

Er ist ca. 65 Jahre (seine letzte Station), fast 2 m groß, sehr schlaksig,  kommt aus einem Ort in Schleswig-Holstein, und beginnt die Kommunikation mit mir, wir reden über Hippie-Zeiten in den 70-er, Haschkultur in Afghanistan und Nepal, Kairo, Republik Moldau Hamburg, alles sehr entspannt.  Wir machen nach einer halben Stunde einen Lunchtermin, um das Gespräch fortzusetzen. Danach noch ein Interview auf Englisch mit einem Masterstudenten, der in Kiel Informatik studieren will. Auch hier scharfe Fragestellung nach den Gründen warum gerade Deutschland, alles in gewollt scharfer Fragestellung. Auch dieser Student macht seine Sache recht gut, aber man merkt ihm seine Nervosität an.

Dann zum Goethe-Zentrum, ich fahre mit dem Taxi, Jürgen mit dem Motorrad. Jürgen zeigt mir das Institut, wir haben den Goethe-Lunch aus dem Schiller-Café, gebratener Reis mit Gemüse, ICH LERNE ALLE ANWESENDEN Kollegen kennen, es herrscht ein   freundlicher, fürsorglicher Umgangston. Ich fahre mit Gina, einer jungen deutschen Ortslehrkraft,  mit dem Taxi nach Patan, sie hat dort ein Apartment gemietet.

Ich gehe die letzten 10 Minuten zu meinem Hotel, esse auf der Dachterrasse des Café du Temple Dal Bhat, das nepalesischeNationalgericht  Dal Bhat, mit Linsen, Reis und Gemüse, trinke meine 0,625 l Everestbier und lege mich schlafen.

11.2.2017

Heute ist Prüfung im Goethezentrum. Ich hatte mir am Tag zuvor Staubmasken gekauft, jetzt trage ich sie, mich plagt ein starker Reizhusten. Ich nehme ein Taxi vom Patandoka, dem Stadttor, zum Norvic Hospital, in dessen Nachbarschaft das Goethe-Zentrum liegt.

Prüfungen sind ab 9, um halb 9 stehen schon an die 50 junge Frauen im Garten, die alle die A1 Prüfung machen wollen, um sich um eine Au Pair Stelle in Deutschland zu bewerben.

Ich schaue bei der schriftlichen Prüfung zu, dann bereite ich Themen für meine Konversationskurse vor.

Anschließend gibt es gut schmeckendes nepalesisches Mittagessen, Linsensuppe,  viel Gemüse, Chowmein Nudeln mit Hühnerfleisch, Reis, Salate, Dessert, alles in der kleinen Goethe-Kantine gekocht.

Im Anschluss sitze ich mit  Gina und spreche Themen für Konversationskurse durch.

Dann kommt die Willkommensparty, man hat eine Schokoladentorte gekauft, mit der Aufschrift „Herzlich willkommen, Herr Wehmeyer!“ Ich schneide sie, halte eine kleine Rede, finde, dass es alles ganz liebe, fröhliche und nette Kollegen sind.

Wir trinken einige Biere, dann fahren Gina und ich schon im Dunkeln nach Patan, wir verabreden uns für den nächsten Morgen um halb 12, den freien Sonntag.

13.2.2017

Sonntag. Schlafe bis 9, nach dem Frühstück gehe ich aufs Roof, die Sonne wärmt, aber im Kathmandu-Tal steigt der Smog wieder auf.

Ich treffe Gina, wir gehen in einen Bücherladen, Gina kauft ein Nepali-Englisch Wörterbuch, sie besucht einen Kurs in der Alliance Francaise, sie ist nicht nur sprachinteressiert, offensichtlich ganz sprachbegabt. Jedenfalls hat mir imponiert, dass sie chinesisch kann. Nachdem wir das Angebot eines großen Supermarktes begutachtet hatten, schlendern wir durch die Gassen, gehen in ein Laden mit Mandalas, ich bewundere Gurkha- Messer, Gina kauft sich eine Kette aus Sandelholz und handelt 70% herunter.

Auf dem Durbar-Sqare (dem Königsplatz) wird ein Musikvideo gedreht, eine junge Dame (offensichtlich ein Star der nepalesischen Musikszene) dreht immer wieder eine Sequenz ab, eine Tanzgruppe unterstützt sie.

Wir essen im Café du Temple auf dem Roof, beobachten weiter die Videoaufnahmen, trinken dazu jeder ein Everest. Dann gehen wir durch die Marktstraße mit ihren vielen Ständen, bevor wir auf meiner Dachterrasse noch einen Tee trinken. Gegen 16 Uhr trennen wir uns, es wird zu kalt. Ich schau in der ARD Mediathek noch ein wenig Bundespräsidentenwahl und schlafe ein wenig auf meinem Bett. Abends kommen Surendra und Freund noch einmal vorbei, wir gehen einen Kaffee trinken, und er gibt mir einen Stadtplan. Abends esse ich noch  Curry auf dem Dach des Cafés du Temple, bevor ich  gegen halb neun schlafen gehe.

13.2.

Ich frühstücke um 7.30 Uhr, es wird mir langweilig, immer diesen blöden Toast und die ewig gleiche Marmelade. Ich verlaufe mich mal wieder auf dem Weg zum Patandoka, verstehe die Topografie des Viertels noch immer nicht. Trage eine Maske, mein Husten mit Schleimbildung ist nicht besser geworden.

Bin rechtzeitig im Institut, will mich noch vorbereiten, da erfahre ich, dass ich vertreten soll, eine Kollegin ist nicht da, Also hinein ins kalte Wasser. B1 Kurs, ich kann also schon etwas erwarten. Geht gut, kann eine Verbindung zu den Schülern herstellen, ebenso in der nächsten Gruppe.

Heute Mittag gibt es Maultaschen, gefüllt mit Hühnchenfleisch, frisch  gemacht, hier  in Nepal heißen sie Momo, und sie sind eine Spezialität des Landes. Sie werden mit einer scharfen Sauce serviert, und sie könnten hier mein Lieblingsessen werden.

Nachmittagskurs, A2,  nur 9 Personen, es läuft ziemlich gut. Viele Aktivitäten der Studenten, ganz positive Atmosphäre. War kein schlechter Tag….bis auf meinen Husten. Ich spreche noch mit Jürgen, wir verabreden uns für den nächsten Mittag, wir haben einen Mittagessentermin mit dem Botschafter. Ich gehe zu Fuß nach Hause, ca. 40 Minuten, trage immer brav meine Staubmaske, dann das übliche Programm,  ausruhen, Essen gehen, schlafen.

14.2.

Später Beginn im Goethe-Zentrum, so frühstücke ich erst um neun, gehe auf die Dachterrasse, schreibe, und suche mir gegen 12 ein Taxi, das mich zu unseren Lunch-Termin  mit dem Botschafter bringen soll. Vornehmes Restaurant im Norden, , wo die Luft besser ist, Jürgen ist schon mit seiner indischen Maschine da, es gibt eine japanische, chinesische und nepalesische Karte.  Ich entscheide mich für chinesisch, Momo nehmen wir als Vorspeisen. Momos isst man in Nepal überall, es gibt sie an jeder Ecke.

Wir sitzen draußen im Garten  und plaudern über 70-er Jahre Zeiten, es ist wohl kein besonders aufregender Posten, Deutschland in Nepal zu vertreten. Aber es ist angenehm, locker, ich freue mich, dass ich den Kontakt habe.

Zurück durch den Megastau zum GZ. Polizisten regeln der Verkehr, es gibt kein Ampelsystem, und  an manchen Kreuzungen ruht die eine Richtung mehr als 10 Minuten. Ich komme gerade pünktlich zum Unterricht, ein A1 Kurs mit 20 Studenten, dann ein A2 mit 10 Studenten. Beide Veranstaltungen laufen zu meiner Zufriedenheit.

Es ist dunkel, als ich nach Hause gehe, ein Taxi kriegt man zum Feierabend nie. Ich brauche 45 Minuten, und als ich nach einer kleinen Ruhepause im Hotel gegen 21 Uhr zum Café du Temple will, ist es geschlossen…. Der Hotelmanager ruft an, so dass mir noch ein Abendessen und  ein Bier ins Hotel gebracht wird.

Es wird Alltag in Kathmandu, Hotel, Frühstück, Arbeit, Mittag im GZ, nach Hause, Ausruhen, Abendessen, Schlafen.  ich lerne alle

 

Krank in Nepal oder „die Rache der Ausgebeuteten“

Seit drei Tagen liege ich in meinem Apartment-Bett, Darminfektion, wahrscheinlich Lebensmittelvergiftung. Ich werde gut umsorgt von meinem Vermieter und Kollegen, und so langsam gewinne ich meine Kräfte zurück. Auf einem Arzt oder Krankenhausbesuch habe ich diesmal verzichtet, meine Erfahrungen der letzten Woche hielten mich davon ab…

Am Donnerstag vergangener Woche wachte ich morgens mit einem starken Schmerz in der linken Brusthälfte auf. Ich bin 70, hatte auch schon einmal Vorhofflimmern, und natürlich bekam ich Angst.

Trotzdem frühstückte ich, schwang mich auf mein Rad und fuhr von Patan nach Thapathali auf der anderen Seite des Flusses, wo das  Goethe-Zentrum liegt. Ich muss wohl etwas angeditscht ausgesehen haben, jedenfalls erzählte ich meinen Kollegen von meinen Beschwerden und wir beschlossen, in das nahe gelegene Norvic-Hospital zu gehen, das beste nepalesische Krankenhaus, unter der Leitung von Indern, die, was ihre fachliche Qualifikation betrifft, einen sehr guten Ruf haben. Sanjay, einer der netten Kollegen, begleitete mich.  Wir gingen gleich in die Notaufnahme, der junge, diensthabende Arzt war ein aktueller Deutsch-Student unseres Instituts, er machte ein EKG, alles in Ordnung sagte er nach Rücksprache mit der erscheinenden Oberärztin, ich erzählte ihnen von meinem Fahrradsturz und meiner angeknacksten Rippe in der Woche zuvor. Durch Tasten fanden sie heraus, dass der Schmerz wohl darin seinen Ursprung hatte. Doch jetzt nahte in Gestalt eines Anzug tragenden Mannes der indische Chefarzt, er schaute sich die Unterlagen an, runzelte die Stirn, fragte nach der Vorgeschichte. Dummerweise erzählte ich von meinem Fahrradsturz und dem Vorhofflimmern vor fünf Jahren, und er gab Anweisungen: Röntgen, Computertomografie, Ultraschall des Herzens. Also setzte ich mich brav in den Rollstuhl (obwohl ich betonte, ich könne zu Fuß gehen) und wurde zu den einzelnen Stationen geschickt. Das Krankenhaus war voll von Patienten und ihren Angehörigen, die Wartesäle sahen eher wie Abflughallen aus, besonders beeindruckte mich auf meiner Rundtour eine Wartehalle: Sie war für die Menschen, die ein Arbeitsvisum für Australien und Neuseeland beantragen wollten, sie mussten sich vor der Visumserteilung einer körperlichen Untersuchung unterziehen.

Ich kam zurück in die Notaufnahme, und schon tauchte der Anzug tragende indische Chefarzt wieder auf. Ich kriegte es mit der Angst, er schaute mich sorgenvoll an, sage, er wolle mich in die HCU schicken, um ein 24 Stunden EKG zu machen. Ich musste die üblichen Krankenhauskittel anziehen, wurde wieder in den Rollstuhl gesetzt (und ich fühlte mich zunehmend kranker) und wurde auf die HCU gebracht, die sich als Intensivstation herausstellte ……ca. 25 Patienten hinter Vorhängen, mit Sauerstoffmasken, einige würden wohl die Nacht nicht überleben. Zum Glück war Indira da, auch Deutschlernende in unserem Institut, die sich wunderte, was ich dort sollte. Man schloss mich an Geräte an, über mir der Bildschirm, der einen stabilen Puls und einen gleichmäßigen Verlauf des EKG’s signalisierte, und zusätzlich das mobile 24 Std. EKG, das an meiner Brust baumelte. Sanjay ging zur Schule, ich hatte nur noch Indira, die mir gelegentlich zulächelte. Ich kriegte Hunger, fühlte mich stark und gesund. Man brachte mir eine Speisekarte für die Cafeteria, ich bestellte mir ein Chow Mein, das wenig später ein junger Mann mit weißem Hemd mit Fliege brachte. Ich aß mit Appetit, merkte aber zunehmend, dass ich in dem Nepalibett (ca- 180 cm lang mit Incubitus-Matratze, auf der ich hin und her rutschte). Inzwischen kam Anna (eine jung Inderin) aus der Finanzabteilung das zweite Mal vorbei, sie wollte Einzelheiten über die Zahlweise für die Krankenhausrechnung wissen. Ich sagte – noch nicht wissend, was mich erwartete – dass ich bar zahlen würde.

Gegen 15 Uhr kamen Jürgen, unser Direktor, und Rosi, unsere Verwaltungsleiterin. „Hast du noch nicht gemerkt, was hier los ist“,  sagte Jürgen, die wollen dich abzocken. „Hau ab hier, entlasse dich selbst!“ Wir sagten Indira Bescheid, dass ich gehen wollte. In kürzester Zeit kamen noch mehrere Ärzte. Auch der beanzugte indische Chef, und natürlich Anna, die das Geld eintreiben musste. Man bot mir noch an, das EKG zu Hause bis zum nächsten Tag zu tragen (warum nicht vorher?) ich lehnte ab, wollte schnell wie möglich weg. Aber dann kam die Rechnung: 179.865,00 rps, umgerechnet 1650,00 €. Das war soviel Geld, wie ein nepalesischer Lehrer in einem Jahr verdient! Auf einmal spürte ich wirklich mein Herz, nicht den Brustmuskel. Ich hatte ungefähr 10.000 Rupies in meinem Portemonnaie, Rosi sagte, sie hätte ca. 100.000 Rupies im Goethesafe.

Den Rest wollte ich mit meiner Maestro-Card bezahlen, das ginge, sagte man mir. Rosi kam mit den 100.000 wieder, meine Maestro Card wurde nicht akzeptiert, sie sei nicht gültig. Ich versuchte an der ATM im Krankenhaus Geld zu ziehen, mit der Mastercard konnte ich 35.000 bekommen, dann war Schluss. „Sie können das Krankenhaus erst verlassen, wenn Sie vollständig bezahlt haben“ erklärt man mir. Wir hatten kein Geld mehr, auch alle anderen ATM in der Nähe waren defekt oder akzeptierten meine Karten nicht. Anna führte uns zum jungen indischen Finanzchef. Er wollte meinen Pass als Sicherheit, die Kopie, die ich dabei hatte, wollte er nicht akzeptieren. Er bot an, dass einer seiner Mitarbeiter mich mit seinem Motorrad nach Hause fahren würde, wo ich diesem den Pass geben sollte. Ich ließ mich widerstrebend darauf ein und gab ihm meinen Pass. Ich war froh, im eigenen Bett zu schlafen.

Am nächsten Morgen nahm ich wegen der Maestro-Card telefonischen Kontakt zu meiner Bank auf (alles sei in Ordnung, sagte man mir), erhöhte über das Internet den Verfügungsrahmen für die Kreditkarte und fuhr wieder zum Norvic-Hospital. Wieder Fehlanzeige. „Ihre Karten können keine Transaktion durchführen“, stand im Display des Lesegerätes.

Am Nachmittag fuhr ich ins Goethe, Rosi und Jürgen waren da. „Um wieviel Geld handelt es sich noch?“ fragte Rosi. Ich hatte noch 45.000,00 Bargeld, den Rest gab mir Rosi aus dem Safe. Ich fuhr ins Krankenhaus, beglich den Betrag und bekam meinen Pass wieder.

Jürgen fuhr mich mit seinem Motorrad nach Hause, auf dem Weg über das Ausländerviertel Zanepa versuchten wir noch mehrere ATM, bei einer wurde ich fündig. Ich konnte mit beiden Karten den gesamten Betrag ziehen, den ich Rosi schuldete. Mir fiel eine Last von meinen Schultern und von meinem Herzen. Ich gab ihr am nächsten Tag das Geld zurück, scannte die Rechnungen und schickte sie an die Versicherung. Und nun hoffe ich, dass sie alles erstatten!

Also aufgepasst! Einem „Weißen“ zockt man hier ab, man nimmt das 10-fache, was man Nepali berechnet, und natürlich versucht man alle geldbringenden Untersuchungen durchzuführen.

Ich fragte mich, ob es die Rache an Europa sei, für die Ausbeutung während der Kolonialzeit.

Die Kommunisten stellen die Parlamentsmehrheit in Nepal, sie verehren die Helden der Revolution

 

Grüße aus dem Kloster

Viele Grüße aus dem Kloster Namo Buddha in den Bergen 50 km von Kathmandu entfernt. Bin hier für zwei Nächte. Ist schon was Besonderes, 600 Mönche, darunter viele Kinder. Eine unglaubliche Pracht, war gestern zwei Stunden beim Gottesdienst, war schon sehr interessant und für mich ungewöhnlich. Die Luft ist  super, Husten ist so gut wie weg. Hatten gestern eine anstrengende Wanderung hier hoch, 3 Stunden . für 6 km. Essen zusammen mit den Mönchen. Sind viele Europäer und Chinesen hier, die hier für länger bleiben, Meditieren und Selbsterfahrung. Gehe gleich zum Frühstück mit den Mönchen.

Kühe sind auch in Nepal heilig, sie sind oft der Anlass für Verkehrsstaus

Bin seit heute Nachmittag nach anstrengender Wanderung von 4 Stunden im buddhistischen Kloster Namo Buddha gelandet, bleibe hier 2 Tage. Eine herrliche Aussicht auf etliche 7- und zwei 8-Tausender, eine wunderschöne Anlage, in der  600 Mönchen wohnen, darunter viele Kinder, einige jünger als 8 Jahre.  Habe heute Abend 2 Stunden dem Gottesdienst beigewohnt, ganz besonders spannend, Bericht folgt. Dann Abendessen mit den Mönchen im Refektorium, auch ein Erlebnis.

Morgen früh um 7 Frühstück, vorher Berge gucken (morgens ist die Luft am klarsten). Liege jetzt im Bett des Gästehauses, Neubau, sehr komfortabel mit gutem Bad, 26 € mit Essen.

Eine unglaubliche Pracht, war schon sehr interessant und für mich ungewöhnlich. Die Luft ist  super, Husten ist so gut wie weg. Hatten gestern eine anstrengende Wanderung hier hoch, vier Stunden für 8 km. Essen zusammen mit den Mönchen. Sind viele Europäer und Chinesen hier, die meist für länger bleiben, sie sind hier zum Meditieren und um sich selbst zu erfahren. Gehe gleich zum Frühstück mit den Mönchen.

Ein buddhistischer Mönch beim Besuch des Namo Bhudda Klosters
Eines der seltenen Nashörner bekam ich während des morgendlichen Elefantenrittes zu sehen. Man kann davon ausgehen, dass dieses alte, abgemagerte Tier dem Chitwan-Nationalpark nicht mehr lange erhalten bleibt.

Vier Tage in Chitwan

Zum Abschluss meines ersten Aufenthaltes in Nepal Ende April flog ich für vier Tage in den tropischen Süden Nepals, den Chitwan Nationalpark. Dort gibt es nicht nur die seltenen Nashörner, und – wenn man sie selbst nicht sieht, kann man zumindest die Spuren der Tiger entdecken, und man begegnet auf einer Kanufahrt den seltenen Ganges-Krododilen.

Auf einem morgens um halb fünf beginnenden Elefantenritt durch den Dschungel konnte man das Leben in diesem Nationalpark erwachen sehen.

Elefanten im tropischen Süden an einem Quellfluss des Ganges

 

Wieder in Nepal

Ich bin heute nach einem einwöchigen Kurzaufenthalt in Deutschland wieder seit zwei Wochen in Nepal, habe mich in meinem Apartment mit gutem Bett,Superdusche, aber billiger Küchenausstattung inmitten des alten Teils von Patan eingelebt, koche
fast täglich selbst und fahre mit meinem Fahrrad einen holprigen, aber nicht so sehr vom Verkehrheimgesuchten Weg zum Goethe-Zentrum. Das Wetter war nicht immer toll, man spricht hier vom„Vormonsum“, am Abend kommt es oft zu sintflutartigen Regenfällen mit Blitz und Donner. Dieersten Wochenende hab ich gearbeitet, Prüfungen.
Hier war heute ein Sommertag, 27°, und hier mein Bericht über die letzten Tage.Heute ist Sonntag, und ich bin in jetzt wieder in Patan und liege auf meinem Bett, den PC auf demSchoß. Gestern war ich noch in der Schule, hatte etwas nachzuarbeiten von der Kollegin, die Halsüber Kopf nach Deutschland verschwunden ist. Sie war auf einmal weg, ohne Bescheid zu sagen.
Freitagabend bis spät in die Nacht war ich wieder im „House of Music“, unser Kollege Inap spielte mit seinerReggae-Band. War supergute Stimmung, ich habe sogar ausgelassen getanzt, einige Kollegen warenauch mit, und ich habe auch wieder was getrunken. Es waren aber überwiegend die NGO-Frauen,Entwicklungshelfer und Botschaftsleute da, nur wenige Nepali. Nach Hause bin ich mit dem Taxi durch ein Kathmandu und Patan ohne Verkehr gefahren, um Mitternacht ist man normalerweise zuHause.
Leider war ich gestern Nachmittag auf dem Weg von der Schule mit dem Fahrrad gestürzt, ich binbeim Bergauffahren vorne über den Lenker gekippt. Musste eine steile Auffahrt zu einer Brückehoch, hatte noch den falschen Gang drin, wollte im Stehen mehr Kraft haben, aber da ich nicht mehrsaß und kein Gewicht auf das Antriebsrad brachte, drehte es hinten durch, ichkriegteÜbergewicht
nach vorne und flog über den Lenker. Sofort hielten drei Motorradfahrer und wollten helfen. Aber ich konnte weiter fahren, aber heute Morgen spüre ich meinen Körper: Hab einen dunkelblauen Oberschenkel, geprellte Rippen links, Hautabschürfungen am linken Oberarm. Aber es geht. Hab wohl Glück gehabt.
Gestern Abend war ein großes Fest, das „Upanayana“, ein Initiationsritus, vergleichbar unserer Konfirmation, nur ein bisschen exotischer. Dazu waren alle Kollegen und Mitarbeiter eingeladen. Der Sohn unserer Kollegen Yaya und Rosi wurde dadurch vollwertiges Mitglied der hinduistischen Lebensgemeinschaft. Dies war der zweite Teil, der erste spielte sich am Mittwoch im Tempel ab, mit heiliger Waschung, Rasieren des Kopfes (bis auf einen Schopf am Hinterkopf), nur in der Familie.
Gestern war der Festakt für Freunde. Es waren ungefähr 800 Leute da, und damit es nicht so teuer wird, fand die Feier für drei Jungs aus befreundeten Familien statt. Die Knaben saßen auf einem Thron in ihrer nepalesischen Tracht, fast alle Frauen kamen in den wunderschönsten Saris, viele Männer ebenfalls in der Nationaltracht. Die Familien sind Brahmanen, und für diese noch immer
bedeutsame Kaste hat Repräsentieren einen hohen Stellenwert.
Als ich auf dem Weg zum Festort war, wurde es plötzlich schwarz und die ersten Blitzte zuckten, und dann kam der Platzregen. Ich konnte beim ersten Tropfen noch ein Taxi kriegen, aber schon mit deutlichem Regenzuschlag. Der „Banquetroom“ war halboffen, der Sturm wehte die Tische um, Strom fiel aus, aber nach einer halben Stunde war es vorbei und die anderen Gäste kamen, auch alle
meine Kolleg(inn)en. Bier, Wein, Whisky, Soft-Drinks, diverse Snacks, ständig wurde alles von livrierten Kellnern und Kellnerinnen (in Wirklichkeit natürlich Studenten, die sich ein Zubrot verdienen) angeboten, besonders dem Whisky wurde zugesprochen. Neben den Snacks wurde auch ein riesiges indisch-nepalesisches Büfett aufgebaut, mich hat wieder gewundert, wieviel die an sich
sehr schlanken Nepali auf solchen Festen verdrücken können.
Als wir um halb 10 abends von der Feier gingen, fing es plötzlich an wieder an, wie aus Eimern zu schütten….als ein Taxi kam, wollte der Fahrer 500 % Regenaufschlag haben, da bin ich weiter gelaufen. Für das letzte Stück habe ich dann noch ein Taxi bekommen, dessen Fahrer mich nicht völlig ausbeuten wollte. Aber mein schickes Jackett, mein weißes Oberhemd, mein Schlips und meine
Schuhe waren völlig durchnässt.
Von meiner Kollegin Kathrin ist letzte Woche der Vater gekommen, ein Schwabe, er will zweieinhalb Monate bleiben und vor allem Motorradtouren machen…heute hatte ich mich allerdings mit ihnen zum Wandern verabredet.
Bin jetzt wieder von meiner Wandertour durch Kathmandu nach Kirtipur, (einer Stadt in den Bergen) mit Kathrin (Kollegin, 35 J. und ihrem Vater Reiner, (Rentner, 65 J.) zurück. Wir sind ca. 12 km gewandert, durch die Stadtbezirke, an den Slumhütten am Bagmati-River vorbei, über einen Gemüsegroßmarkt, auf welchen die schon in einem anderen Bericht geschilderten Fahrrad-
Gemüsehändler morgens ihre Waren einkaufen, hin zum Uni-Gelände (Kathrin unterrichtet da noch), alles bei herrlichstem Sonnenschein und klarer Luft, denn der Regen der vergangenen Nacht hatte die Luft vom Staub gereinigt. Reiner, ihr Vater, hat auf beiden Seiten künstliche Hüften, sagt aber, er könne alles machen, Wandern, Radfahren, Schilanglauf. In Kirtipur, einer Stadt am Berghang am Rande des Kathmandutales, waren wir in einem typischen Nepalirestaurant, besser gesagt in einem Newari-Restaurant, das ist die größte Volksgruppe hier in Nepal. Wir saßen auf Matten auf dem Boden der Dachterrasse und bekamen unsere diversen Speisen auf und zum Schluss den Schnaps in Messinggefäßen serviert, schauten auf Kathmandu, das wieder im Dunst versank, und wir beobachteten die vielen jungen Paare, die für nepalesische Sitten relativ ungeniert auf dem Boden
miteinander schmusten.
Ich hatte wegen meiner Prellungen besonders beim Bergruntergehen große Schmerzen, zurück sind wir dann vom Kirtipur bis Kathmandu mit dem Bus gefahren.
Jetzt liege ich auf dem Bett, will noch Büffelgulasch mit Nudeln essen. Hatte am Tag zuvor das Experiment gewagt, Fleisch beim Straßen(büffel)metzger zu kaufen. Ich war auf meinem neuen Weg zur Schule jeden Tag an seinem Stand vorbei gefahren. Er scheuert zuerst den Betonboden, setzt sich dann auf diesen im Schneidersitz, und „säbelt“ vom Büffelviertel immer stückweise ab. Es gibt entweder 250 g, 500 g oder ein Kilo. Reicht es nicht, wird noch ein Stück in die Waagschale reingeworfen, ist es zu viel, wird ein Stück vom bereits Drinliegenden abgeschnitten. Neben sich hat er einen Wetzstein liegen, an dem er seinen Gurkha-Messer immer wieder auf Rasierklingenschärfe bringt. Vor seinem Stand wartet geduldig eine lange Schlange von Kunden, wohl ein Zeichen für die
Qualität seiner Ware.
Ich bin diesmal ziemlich geschafft. Mein Husten macht mir auch jetzt wieder zu schaffen, trotz Staubmaske.
Die schneebedeckten Sieben- und Achttausender habe ich übrigens in den letzten zwei Wochen nicht gesehen.
Bis zum nächsten Mal!
Patan, 2.4.17

Aufenthalt Herbst 2019 -Nepal und Bhutan

2019 erhielten Hannelore Besser und ich einen Folgeauftrag durch den SES am Goethe-Zentrum in Kathmandu, Aufgabe war die Fortbildung von Lehrkräften für den DaF-Unterricht (Deutsch als Fremdsprache). Wo wohnten in demselben Apartmenthaus in Patan mitten im Tempelbezirk in einem Apartmenthaus, das wir von unseren Aufenthalten 2017 bereits kannten.

Wieder in Patan

 

 

Ihr Lieben,

Liege noch in meinem Kingsizebett, es ist nach Nepalzeit 8 Uhr, 3 3/4 Stunden früher als in Europa. Der Flug war pünktlich, wir hatten zwar keinen Notausgang, sondern die erste Reihe nach der Business mit entsprechender Beinfreiheit, Vorteil war, dass wir beim Service und Ausstieg die ersten waren. Kathmandu war im Vergleich zu Istanbul (soll, wenn er endgültig fertig ist, der größte der Welt sein), provinziell, man geht zu Fuß 50 m zum Terminal, an der Passkontrolle waren wir die ersten, das Gepäck kam auch schnell (wir ließen es vom Band auf den Gepäckwagen „tropfen“) , unser Vermieter Nishal auch. So waren wir schon um 7 im Apartment, ich im 1. Stock, Hannelore im 2. 

Auspacken, Klo, duschen, bis halb 12 schlafen, warm und feucht. Wir gingen in die Altstadt von Patan, die alte Königs- und Tempelstadt, unser Weg führte uns zur Lotusblüte, den Laden von Surendra, unseren alten Freund und Führer. Man rief ihn an, er war in seinem neuen Restaurant direkt am Tempelplatz. Sein Mitarbeiter Sudip führte uns hin, Surendra kam uns entgegen und freute sich, uns zu sehen, seine Frau und viele Mitarbeiter waren im leeren Restaurant, wir setzten uns auf die Dachterrasse und aßen erstmal Chow Mein und Momos, nepalesische Nationalgerichte. Dann ging Surendra mit uns in einen Telefonshop, um uns eine Telefonkarte zu kaufen und freischalten. Gegen fünf (der tägliche Wolkenbruch hatte gerade begonnen) setzten sich Hannelore und ich ins Café und bereiteten den nächsten Tag unserer Fortbildung vor.

Wir kamen gut voran und gingen wieder in Surendras Restaurant, um Dal Bat, das traditionelle Linsengericht zu essen, dazu tranken wir ein Gurkha Bier.

Surendra begleitete uns noch zum Apartment, die Müdigkeit ließ mich sofort einschlafen.

Heute Morgen bin ich um 7 aufgewacht, es war nicht zu heiß.

Jetzt muss ich raus, um 9 bin ich mit Hannelore zum Frühstück verabredet.

Alles Liebe,

Klaus

26.8.19

Blick von der Dachterrasse unseres Apartmentmenthauses in Patan auf Achttausender

Liebe Familie, 

Hier mein morgendlicher Bericht aus Kathmandu. 

Gestern war vom Wetter her ein schlechter (warm und feucht) Tag, außerdem musste ich bis zum Abend meinen Kater durchschleppen, den durch Reisschnaps am Vorabend verursachten.

Wir waren um 8 mit Surendra verabredet, zum Frühstück in einem unscheinbaren Hinterhof, in dem Schüler und Arbeiter ihre Mahlzeiten einnehmen. Scharfe Erbsensuppe, gebackene Kartoffel, gekochtes Gemüse, dazu ganz scharfe Saucen. Dann haben wir mit Surendras Hilfe auf dem Straßenmarkt eingekauft, Gemüse für das Abendessen.

Gegen Mittag sind wir ins Goethe-Zentrum, nur um uns sehen zu lassen und small-Talk zu führen, dort im „Schiller-Café“ im Garten aßen wir mit Buffalo gefüllte Momos, Teigtaschen, eine tibetische Spezialität. Dann fuhren wir gegen 3 mit dem Taxi zurück und versuchten Helena zu finden, die die Kulturwoche im September organisieren solllte. Helena ist Künstlerin und lebt in einer Frauenwohngemeinschaft, sie war jedoch nicht da, nur ihre sehr alternativen Mitbewohnerinnen. Da kam der Nachmittagswolkenbruch, wir könnten uns gerade noch in unser Stammcafé gegenüber unseres K2 Apartments retten,  wo wir bei einem Zitronentee unser morgiges Seminar vorbereiteten.

Dann aßen wir unser Abendessen, zusammengekochtes Gemüse mit Spaghetti, dazu ein Gurkha-Bier.

Später kam noch unser Vermieter auf ein weiteres Gurkha Bier vorbei, er beklagte die unsichere Ökonomie und die Abhängigkeit seines Landes von Indien.

Ich war dann total müde, aber nachts nervte mich eine Mücke (hoffentlich keine Tigermücke, wegen Dengue-Fieber).

Jetzt geht es gleich los in das Zentrum, wir begleiten ab heute Unterricht.

Alles Gute für den Tag,

Klaus

 

29.8.19


 

 

 

 

Liebe Familie,

heute bin ich den 6. Tag unterwegs, 5 Nächte habe ich in meinem Bett geschlafen.

Das Wetter ist feucht-heiß, nicht zu heiß, aber alles klebt und nichts trocknet. 

Wir sind jeden Tag im Goethe-Zentrum, haben ein Gesamt-Seminar veranstaltet, begleiten jeden Tag Kollegen zu bestimmten Themen im Unterricht. Sind bisher nur in unserem Stadtteil Patan geblieben, wo auch der Tempelbezirk und einer der Königspaläste liegt. Unser Freund Surendra, der uns von den letzten Aufenthalten vertraut ist, betreut uns auch hier, er hat viele Kontakte, und neuerdings auch ein Restaurant direkt am Durbar Square, dem Tempel- und Palastplatz, der den ganzen Tag und Abend von Menschen und Händlern belebt ist. Er hat im 5. Stock ein schönes Roof, wo man einen guten Blick und frische Luft (ein leichter Wind) hat.

Gestern Abend waren wir mit Surendra in einem anderen Restaurant essen, Rhaithane, mit speziell Ethnic Food, sehr gut, sehr preiswert, eine Empfehlung unserer Direktorin Kathrin. 

Unsere Bhutan-Reise ist für die Zeit vom 13.9. bis 18.9. (Freitag bis Mittwoch) geplant, es ist ein 1 1/2 Stunden Flug mit Druk-Air, der bhutanischen Fluggesellschaft. Surendra hat alles für uns wie immer bestens organisiert .

Meine Gesundheit ist soweit ok. (heute leichter Durchfall), aber ich merke, dass ich mich nicht zu sehr belasten darf, dann habe ich an den Narben Schmerzen (z.B. beim Laufen), aber es wird hoffentlich.

So, jetzt gehe ich zur Unterrichtsbegleitung zu Jeanne in die Klasse, einer Amerikanerin, die Deutschlehrerin ist und  ganz tollen Unterricht macht!

Alles Liebe

 

Papa

 

Der erste Arbeitstag

Gestern war unser 1. Arbeitstag.

Wir haben in einem benachbarten Hotel im Garten gut gefrühstückt, ich richtig mit Eiern, Speck, Würstchen, Hannelore etwas bescheidener, dann hab ich nochmal unsere Seminarvorbereitungen durchgesehen, und um 1 sind wir zu Fuß (8000 Schritte) ins Goethezentrum gegangen. Es war sehr warm (und feucht), aber es war so, als wären wir gestern diesen Weg gegangen. Dort wurden wir von denen, die uns kannten, freudig begrüßt, die wir kennenlernten, waren schon sehr neugierig auf uns. Wir saßen im Garten, tranken Tee, redeten und hörten den neuesten Klatsch.

Um halb vier kam Kathrin, die Direktorin, sie war einige Tage in Dehi zur Fortbildung, sie kam mit einem Motorradtaxi direkt vom Airport.

Um 16 Uhr begannen wir, ich glaube, dass wir die Einführung interessant und abwechslungsreich gestaltet haben. Und wir hatten die Teilnehmer mit Ritter-Sport „bestochen“!

Danach machten wir einen 4-Wochenplan, unsere Buthanreise soll jetzt vom 13.-17.9. stattfinden, vorausgesetzt, dass es Flüge gibt.

Nachmittags sind wir nach Pathan zurück, wir waren zum Essen eingeladen, es war ein Feiertag zu Ehren einer hinduistischen Gottheit, es fand auf dem riesigen Schulhof einer Traditionsschule statt. Beim Eingang (man müsste 600 Rupies bezahlen gab es erstmal einen roten Punkt auf die Stirn, eine Schüssel mit diversen Snacks und und ein großes Glas Reisschnaps, weit über 1000 Menschen waren dort und saßen an langen Tischen, jedoch nur an einer Seite, von der Anderen wurde laufend auf Bananenblattteller aufgefüllt, und Schnaps nachgeschenkt, nach ca. 20 Min. war Schichtwechsel.

Aber Schnaps gab es noch weiter.

Anschließend gingen wir in Surendras Restaurant Temple View und tranken noch ein Gurkha-Bier. Fröhlich und beschwipst gingen wir zu unseren Apartments. Leider kam nach 3 Stunden der Kater. Ich konnte nicht mehr schlafen, hatte nur noch wenig Flaschenwasser und hab mich durch die Nacht gequält. Gleich will uns Surendra zum Frühstück in einem Newari (eine Volksgruppe, zu der er gehört). -Restaurant abholen. 

Alles Liebe

Klaus

 

27.8.19

Aufbruch morgens um 6 Uhr zum Everest-Flug von 50 Minuten. Leider war trotz der frühen Stunde die Sicht nicht besonders toll, erst kurz vorher rissen die Wolken auf. Es gab jedoch Sekt und eine Urkunde über diesen Flug für 200$. Etwas, das man nicht wiederholen wird, aber man hat es halt einmal gemacht. Zwei Jahre später beim Flug nach Bhutan hatten wir eine wesentlich bessere Sicht auf den höchsten Berg der Welt.

Bandipur

Wir sind zum Kurzurlaub in Bandipur, an einer alten Handelstraße zwischen Tibet und Indien gelegen, schöne Natur, gute Luft, und wenn man Glück hat und die Wolken weg sind Blick au f die 8000-er. Wir haben unseren Führer Surendra mit, waren bei Regen um halb 6 in Kathmandu losgefahren, und sind hier in einem einfachen Hotel. Der Ort ist touristisch angesagt, also auch nicht mehr ganz billig. 

Die Straßen sind z.T. In einem erbärmlichen Zustand, eng, Riesenschlaglöcher, heruntergekommene Felsbrocken auf der Straße, ausgebrannte LKW-Wracks am Rand, aber entlang eines immer stärker strömenden Flusses ,auf dem auch Rafting angeboten wird.

Die Vegetation (und das Klima) sind tropisch, mein Hemd klebt am Körper.

Bis drei ruhen wir uns aus, dann wollen eine kleine Tour zu einem Tempel machen.

Eben haben wir auf einem wunderschönen Balkon mit noch schönerem Blick Chow Mein, das tibetische Nudelgericht, gegessen, schmeckte ganz gut.

Liebe Familie,

Hier ein Gruß aus Bandipur, 4 1/2 Autostunden (= 145 km) von Kathmandu entfernt. Wir sind gestern bei strömenden Regen (der Monsun hat noch keine Kraft verloren, obwohl seine Zeit schon 10 Tage vorbei sein soll) aus dem Kathmandu herausgefahren. Über den 1700 m hohen einzigen Pass, der ins Kathmandu-Tal führt, hinunter auf 400 m entlang dem Fluss, der wegen der vielen Zuläufe immer mehr anschwillt und dessen Wasser irgendwann in Indien in den Ganges tritt.

Nach fast 140 km taucht ein kleines Schild „Bandipur“ auf, und wir gingen von ca. 500 m Höhe über dem Meeresspiegel in nur 7 km auf 1300 m. Eine kleine, schmale, nur halb befestigte Straße führte uns zu unserem Zielort. Auf halber Strecke hielt unser Chauffeur an, der Kühler seines Hiunday begann zu dampfen. Wir warteten, böser den Kühler aufschrauben und Wasser nachfüllen könnte, dann ging es die zweite Bergetappe. Während unserer Wartezeit öffnete Sichuan Norden ein Wolkenfenster und der majestätische Gipfel des Manaslu zeigte sich für wenige Minuten.

Bandipur ist eine Auto- und Motorrad-freie Stadt, wir mussten den Wagen draußen stehen lassen und gingen ca. 200 m zu unserem Hotel, einfach ausgestattet, aber sauber, Wifi, und mit 25 $ pro Nacht für ein als EZ genutztes DZ mit Frühstück, für Nepal viel Geld. Aber saubere Gassen, mit Schieferplatten belegt, viele Hotels, Geschäfte, Restaurants, noch wenig Touristen (die Saison beginnt erst). Surendra, der in einem anderen Hotel wohnt (unser wollte ihm nicht den üblichen Reiseführerrabatt geben), geht mit uns durch Straßen, zu den Aussichtspunkten, dann essen wir in seinem Hotel ein Cho-Mein (tibetisches Nudelgericht). Unser Fahrer war inzwischen wieder nach Kathmandu zurück gefahren, wollen wir am Samstag zurück mit dem Touristenbus, den wir im Tal an der Hauptstraße erreichen wollen. Nachmittags gingen wir spazieren, alles ist unglaublich steil, es ist heiß (Bandipur liegt auf dem 26. Breitenkreis, das entspricht Florida), und meine Kondition ist nach OP und Sportpause grottenschlecht. Wasser hatte ich natürlich wieder vergessen, am Ortseingang holte mir Surendra eine Literflasche, die ich in einem Zug austrank.

Ein Namaste-Bier auf einer Gartenterrasse, die letzte Sonne konnte man jetzt aushalten, dann heiße Dusche, T-Shirtwechsel, ausruhen und um 7 Uhr gingen wir ins“Old Inn“, dem ersten Haus am Ort (Zimmerpreise über 100 $), Surendra hatte Dal Bhat für uns bestellt, das Beste, was ich je hatte. Aber vielleicht lag es auch an der Atmosphäre, die Sichel des Mondes über uns, daneben der Sirius (wie Dr. Besser „besserwisserisch“ behauptete), 25 * C, hervorragender Service. Bei Dal Bhat wird immer nachgereicht, bei mir entsprechend viel. Die Bedienung war begeistert, weil ich nach Landesart auf Besteck verzichtete und mit den Fingern aß. Ein toller Abend, um halb 10 waren wir im Hotel (Wifi Passwort: „thedoorclosed@9:30pm“) und ich schlief sofort ein, kein Motorrad, kein Hundegejaule.

Aber um halb ein ging es los: drei nepalesische Pärchen begannen auf ihren Zimmern eine Party zu feiern, es wurde unglaublich laut.

Nach 50 Min. ging ich hoch, um Ihnen zu sagen, sie seien nicht die einzigen Hotelgäste, da würde es besser.

Und jetzt muss ich aufstehen, wir wollen nach einem Tee vor dem Frühstück einen Ausflug zu einem Hügel mit dem besten Ausblick machen!

Ich bin jetzt wieder in Kathmandu, gegen 3 Uhr sind wir von unserem Ausflug nach Bandipur zurück gewesen. 

Doch der Reihe nach. Gestern Morgen wollten wir auf den „Hügel“, den 150 m über dem Ort thronenden Aussichtsfelsen. Aber es regnete, und Surendra meinte, wir sollte eine Wanderung durch einige umliegende Dörfer machen, ca. 3-4 Stunden. Ich hatte schon ein bisschen Angst, denn meine Kondition hat unter Operation und Sportpause enorm gelitten, aber mit Stock und Regenjacke im Rucksack ging es los. Zunächst die Treppen des Dorfes vorbei an einer Brunnenanlage, der „Badestube“. Viele Männer und Frauen machten dort ihre Ganzkörperwäsche, die Männer in Unterhose, die Frauen mit einem Umhang versehen, unter dem sie den ganzen Körper wuschen, und vor allem ihre langen, schwarzen Haare. Eine Straße, die ersten hundert Meter teilasphaltiert, führte steil rauf und runter, Surendra ging leichtfüßig voran, ohne Stock, Hannelore in seiner Spur, in Anbetracht ihrer 78 Jahre auch noch als leichtfüßig zu bezeichnen, mit Stock, diesen leicht schwingend, und ich hinterher, mich auf meinen Stock stützend, schon nach zwanzig Minuten mit einem völlig durchgeschwitzten T-Shirt. Gelegentlich begegneten uns Mahindras, robuste indische Jeeps, Kinder auf dem Dach auf dem Weg zur Schule, Frauen mit ihren Erzeugnissen und Tieren auf der Pritsche, sie kämpften sich im Schneckentempo durch die halbmetertiefen Schlaglöcher, dann kamen uns entgegen oder überholten uns Motorradfahrer, manchmal saßen vier Personen drauf, die Fahrer wichen allen Schlaglöchern  geschickt aus. Und manchmal wurden wir überholt von jungen Frauen, die ohne Anzeichen einer Anstrengung telefonierend an uns vorbeizogen und hinter der nächsten Kurve verschwanden. Meinetwegen machten wir häufiger eine Sitzpause, ich war schon sehr gefordert, auch durch die extrem hohe Luftfeuchtigkeit, die jedes Stückchen Kleidung am Körper kleben ließ. Unser Weg führte uns durch tropischen Regenwald, obwohl wir ja noch drei Breitenkreise von den Tropen entfernt sind.

Nach einer Stunde erreichten wir ein Dorf, viele Ziegen, Wasserbüffel, Kälber, Hunde, Hühner mit ihren Küken, im Gras scharrend, Männer beim Beton gießen, Frauen, die in Wannen auf dem Rücken den Beton heranschleppten, den Tragegurt um die Stirn gelegt, mit Flipflops an den Füßen, ebenso die den Beton gießenden und ihn gleichmäßig verteilenden Männer.

Wir gingen weiter, und ich konnte trotz meiner Anstrengung den Blick ins 700 m unter uns liegende Tal genießen, den Blick auf die 8000-er Kette mit Annapurna, Manaslu und Dhalaugiri verwehrten uns die Wolken. Am Ende der Straße saßen wir bei einem Gehöft, und auf einmal öffneten die Wolken ein Fenster, und weit über uns zeigten sich die schneebedeckten Gipfel. Welch ein Anblick, welch ein Gefühl des Klein-Seins! 

Auf dem Rückweg machten wir Halt im Dorf. Im kleinen Laden, durch den die Hennen mit ihren Küken liefen, bestellte Surendra  uns Tee und Nudelsuppe, und es wurde ein köstlicher Imbiss  auf der Dorfstraße, inmitten von Ziegen, Hühnern und Hunden. 

Noch eineinhalb Stunden bis Bandipur, zum Glück schien keine Sonne, der Schweiß lief uns auch so aus allen Poren des Körpers. Die letzte Stunde unseres „Spazierganges“ begleiteten uns Tausende von Zikaden mit ihren durchdringenden Gesängen, so laut, dass kaum eine Unterhaltung möglich war. Auf den letzten Metern waren einige Männer dabei, einen indischen Mahindra-Jeep zu reparieren, der in einem Schlagloch liegengeblieben war. Zahnkränze und andere Metallteilen lagen im Schlamm, alle waren fröhlich und zuversichtlich, dass die Reparatur bald beendet sei.

Endlich tauchte vor unseren Augen das am Berg klebende Bandipur auf. In der „Badestube“ zogen wir unsere T-Shirts erstmal durch das klare Wasser, bevor ich mich die letzten 20 Minuten über Treppen bis zum Hotel hochquälte.

Duschen, Wäsche durchspülen, ausruhen, und abends in unserem Hotel essen, gut, aber nicht so gut wie am Abend zuvor im „Old Inn“, dafür preiswert, ich wählte ein Chicken-Curry, Dr. B. eine Thupka (Nudelsuppe), Surendra wieder Dal Bhat. Nach einem kleinen Spaziergang durchs Dorf lag ich um halb 9 schlafend im Bett.

Letzter Tag Bandipur

Ich war nach einem erquickenden Schlaf um 6 wach, drömelte noch ein wenig im Bett und stieg auf die Dachterrasse. Und tatsächlich öffneten sich wieder die Wolken, so dass ich für wenige Minuten wieder die markanten Formen von Annapurna II und Manaslu sah!

Unten saß schon Hannelore vor ihrem Tee, Surendra kam auch, wir wollten auf den „Hügel“, den Gurungche-Hill, dessen spektakulärer 360* Ausblick in allen Reiseführern beschrieben wird. Heute war kein Regen, also hoch. Viele kamen schon zurück, sie waren wegen des Sonnenaufgangs schon viel früher aufgebrochen. Eine halbe Stunde steile Stufen, 150 Höhenmeter, eine neue Herausforderung an meine schwächelnde Kondition! Aber oben wurde ich belohnt, ein atemberaubender Blick ins 800 m tiefer liegende Tal mit dem reißenden Fluss, auf der anderen Seite rissen immer wieder die Wolken auf und ließen einen Blick zumindest auf einen Teilbereich des Dachs der Welt, außerdem war es befriedigend, ein Ziel erreicht zu haben, „per aspera ad astra“.

Frühstück, zahlen, Abmarsch. Vom Ortseingang nahmen wir ein Taxi zur Straße im Tal, wir wollten einen Linienbus nach Kathmandu nehmen, Surendra entschied sich aber spontan  für eine andere Variante: er hielt einen  Wagen an, der am Tag zuvor Touristen nach Pokhara gebracht hatte und jetzt ohne Gäste zurück fuhr, für 3000 Rupies wollte er uns mitnehmen. Ein Schnäppchen! Der Pokhara Highway, die zentrale Verbindung durch das Land, ist eine extrem gefährliche Straße, zweispurig, immer wieder Erdrutsche, riskante Überholmanöver, Reparaturen am Straßenrand, unübersichtliche, extreme Steigungen,  die LKWs nur Schritttempo erlauben, und links der reißende Trishuli, über den immer wieder die aus Werbefotos bekannten Hängebrücken führen.

Unser Fahrer hat Weitsicht und Augenmaß, trotzdem wähne ich mich in manchen Situationen dem Jenseits näher als dem Jetzt.

Gegen Mittag essen wir in einer Raststätte. Für 500 Rupies gibt es ein köstliches „All you can eat“ Buffett, im gepflegten Garten, für Reiseleiter und Chauffeure ist das Essen an einem Extratisch umsonst.

Wir nähern uns Kathmandu, müssen uns von 400 m auf die Passhöhe von 1700 m hoch schlängeln, unbefestigte Piste, so staubig, dass man kaum das vor einem fahrende Auto erkennt, geschweige denn den Gegenverkehr. Es dauert… immer wieder stehen wir fünfzehn bis zwanzig Minuten, natürlich wie alle mit laufendem Motor. Endlich haben wir die Passhöhe erreicht, und es öffnet sich uns der Blick auf das staubige Kathmandu-Tal. Feinstaubbelastung: fast 800, bei uns führt ein Messwert von 40 mg zu Fahrverboten. Es ist die wichtigste Straße Nepals, eine verstopfte Arterie ohne Bypässe, erst 2023 soll der von Japanern gebaute Tunnel durch Berg fertig sein.

Ich begann wieder zu husten, noch eine Stunde Fahrt, dann stiegen wir am Bagmati-Fluss aus und in ein Taxi um, das uns nach Patan brachte.

Duschen, Wäsche waschen, sich selbst waschen, ein Namaste-Bier und Surendra seinen Führerlohn auszahlen, das wars!

Ich ging nicht mehr aus dem Haus, aß noch eine Suppe und schlief schon vor acht

Alles Liebe

Papa, Opa und Klaus

Straße im autofreien Bandipur


Auf unserem Bandipurausflug hatten wir drei Begegnungen mit verschiedenen Touristinnen aus Europa.

1)

Wir sitzen auf der Dorfstraße und schauen den Kindern beim Spielen zu. Eine Dame, ca. 50 Jahre alt, kommt auf uns zu und spricht uns in einem sehr guten Englisch an. „Ah, hier sitzen die Experten. Wir sehen euch immer wieder. Wie kommt ihr nach Bandipur?“ Wir antworten ihr, dass wir aus Deutschland seien. Sie setzt jetzt das Gespräch in einem ebenso guten Deutsch fort und sagt, Sie sei Holländerin. Inzwischen ist ihre ungefähr gleichaltrige Freundin dazu gekommen. Wir erzählen über unsere Nepalerlebnisse, unsere Tätigkeit in Kathmandu und unsere Erfahrungen. Die beiden Damen sind sechs Wochen unterwegs. Zuerst waren sie in Ladakh, dem indischen Himalayanordwesten, Trecking auf über 4000 m, dann sind sie über Delhi nach Nepal gereist. Hier werden sie noch eine Woche bleiben, Trecking am Annapurna. Dann wird es von Kathmandu über den Himalaya nach Tibet gehen, einige Tage Lhasa, dann die spirituelle Wanderung um den Berg Kailash. Alles zusammen sechs Wochen, immer mit persönlichem Guide, wenn nötig Auto und Chauffeur.

Wir wünschen Ihnen eine gute Reise, bevor sie weitergehen.

2)

Wir sind mit dem Taxi von Bandipur nach Dumre, dem Nest an der Junction nach Bandipur am Pokhara-Highway runtergefahren und wollen auf einen Touristenbus warten, um nach Kathmandu zu kommen. Dort steht ein Rucksack und die nervös wirkende Besitzerin, eine junge Frau, nach Südeuropa aussehend. Sie spricht gleich unseren Führer Surendra auf Englisch an, zeigt ihm ihr in Nepali-Schrift ausgestelltes Ticket. Sie war in Pokhara einige Tage, dann in Bandipur  eine Nacht, von wo zur Höhle gewandert war, alleine. Sie käme aus Mailand, erzählt sie uns, hätte zwei Wochen Urlaub und würde alles alleine machen, schon wegen der Kosten. Ihr Bus ist schon 20 Minuten verspätet, keine Besonderheit, erklärt ihr Surendra, aber sie wird zunehmend unruhiger. Besonders, als Surendra einen Privatwagen anhält, der uns für 26 € nach Kathmandu mitnehmen will. Wir wünschen „ Buon viaggio“ und lassen Sie alleine.

3)

Wir sitzen in einer Raststätte auf dem Weg nach Kathmandu und essen vom „All you can eat Buffett“ im Garten. Zu uns setzt sie sich eine dunkelhäutige Dame, ca. 40 Jahre, und spricht uns auf Deutsch an. „Oh, Sie sprechen Deutsch“, stelle ich fest. „Kein Wunder, wenn meine Mutter eine Deutsche ist!“ antwortet sie. Ich halte sie wegen ihres Teints für eine Nepali. „Nein, ich komme aus Paris, sagt sie, und jetzt nehme ich ihren leicht französischen Akzent wahr. „Mein Vater ist Afrikaner, ist ursprünglich aus Togo“ erklärt sie auf Hannelores Nachfragen. Sie reise alleine, mit eigenem Führer und Chauffeur mit Geländewagen, sagt sie, nein, Trecking wolle sie nicht machen, nur schauen und sich die Sehenswürdigkeiten anschauen. Sie sei schon in vielen Ländern in Ostasien gewesen, sie liebe die Kulturen und die Menschen. Letztes Jahr sei sie unten in Kerala (Südindien) gewesen, das hätte ihr besonders gut gefallen, die Menschen, die Landschaft, das Meer.

Surendra kommt, sagt, es ginge weiter, auch ihr Guide nimmt sie mit zu ihrem Toyota-Landcruiser. Sie sitzt im Fond und winkt uns bei der Abfahrt noch einmal zu.

Hinduistischer Feiertag in den Straßen von Patan

Ihr Lieben,

kommen gerade vom Essen in einem Einheimischenrestaurant mit Surendra. Ich hatte eigentlich Gulasch gekocht, aber das gibt es dann heute Abend. Surendra haben wir dann auch eingeladen.

Morgen geht es dann nach Bhutan. Es ist zwar das teuerste Vergnügen, das ich mir bisher in meinem Leben geleistet habe, aber wer weiß, was in 10 Jahren ist… wie Gerd Fischer immer gesagt hat. Jedenfalls freue ich mich auf etwas Besonderes.

Heute haben wir auch unsere Arbeitserlaubnis bekommen, wir brauchen dann bei Eintrittsgeldern auch keine Touristenpreise mehr bezahlen.

Unsere berufliche Tätigkeit bezieht sich vor allem auf Unterrichtsbegleitung, neben den Fortbildungsseminaren.

Besonders bei Kollegen, die den Job schon 20 Jahre machen, haben sich Unterrichtsmethoden eingeschlichen, auf die man lieber verzichten sollte. Ich weiß aber selbst, wie schwer das ist.

Gesundheitlich bin ich hoffentlich auf dem aufsteigenden Ast. Die OP ist morgen sechs Wochen her. Ich könnte mich nach Rat der Ärzte wieder belasten. Auch mit der Luft ist es besser, ich gehe jeden Tag meist hin- und zurück, das sind dann 8 km. Aber in Bhutan sind wir auf über 3000 m Höhe, da ist die Luft entsprechend dünner. Es wird auch jeden Tag kühler, aber die Monsunzeit ist noch nicht vorbei, so haben wir auch nachts noch mindestens 25*, und die Luft ist so feucht, dass auch keine Wäsche trocknet. Und die  Tigermücken, die das Dengue-Fieber übertragen, fühlen sich bei diesem Wetter auch wohler als in der Trockenzeit.

Erstmal alles Liebe für euch,

Klaus

 

Typisches Frühstück in Patan

Kurzreise nach Bhutan

Hiermit erfüllten sich Hannelore und einen langgehegten Traum, nämlich das „Königreich der Glückseligkeit“  zu besuchen. Doch die Glücksseligkeit war nicht unbedingt preiswert, pro Tag mussten wir 250 $ ausgeben, dafür wurde uns aber auch alles geboten: SUV, Fahrer, gute Hotels, Rundumverpflegung bis auf alkoholische Getränke, Eintrittspreise für Kulturstätten und die persönliche Betreuung durch einen gut ausgebildeten Reiseführer. Es hat sich gelohnt und sich bei uns als unvergessliche Erinnerung eingebrannt!

Der Landeanflug auf den Flughafen Paro gilt als einer der schwierigsten in der Welt. Man benötigt ine besondere Lizenz.
Mit einem Bild des jungen Königs in der Ankunftshalle des Flughafens
Mit buddhistischen Mönchen im Garten eines Klosters in Thimpu, der Hauptstadt Bhutans

 

Liebe Familie,

es ist kurz vor 8, und heute geht es nach Bhutan. Unser Flugzeug (ein Airbus von Druk-Air, Druk  heißt Drache und ist das Wappentier von Bhutan) geht zwar erst um 15 Uhr,  man muss aber 3 Std. vorher am Airport sein. Unser Vermieter wird uns hinfahren, er muss heute nicht zur Arbeit, weil hier schon wieder zu Gunsten eines Gottes ein Feiertag ist. Vorher wollen wir hier in Patan noch in einem Newari-Hinterhofrestaurant frühstücken.

Mein Rucksack ist gepackt, die Visa haben wir vorgestern bekommen, mal schauen.

Jedenfalls sind die Kollegen bei Goethe neidisch, von ihnen war noch keiner in Bhutan.

Habe mich eben noch mal mit Autan eingesprüht, hier geht die Angst vor dem Dengue-Fieber um. Eben beim Duschen hat mich wieder eine Mücke gestochen, hoffentlich ist es nicht diejenige welche. Sie ist im Gegensatz zur Malariamücke tagaktiv, ist schwarz-weiß gestreift und muss vorher jemanden gestochen haben, der Dengue-Fieber hat. Aber da immer mehr erkranken, steigt die Wahrscheinlichkeit. In Bhutan soll es das Problem nicht geben, es liegt zu hoch. Alle warten auf das Ende der Monsunzeit, die ja an und für sich vorbei sein sollte), dann soll sich das Problem fürs erste selbst lösen.

Unsere Arbeit im Goethe hālt sich in Grenzen, aber ist intensiv: Vorbereitung der jeweils 3-stündigen, interaktiv gestalteten Blockseminare zu unterschiedlichen Themen, die Unterrichtsbegleitung von Lehrern mit gemeinsamer Vorbereitung, evtl. Teamteaching und Nachbereitung, das dauert schon, ist aber auch fruchtbar, jedenfalls haben wir ein ganz gutes Feedback. Aber es bleibt auch Zeit, so lese ich jetzt mein zweites Buch, und eben habe ich auf dem Handy Markus Lanz gesehen.

Jetzt warte ich auf Frau Dr. B., die gleich bei mir klopfen wird, damit wir frühstücken gehen.

Meine OP ist ja jetzt 6 Wochen her, und ich bin wieder einigermaßen belastungsfähig. Ich bzw. wir gehen jetzt möglichst zu Fuß zu Goethe, das sind jeweils 4 km, so komme ich auf meine täglich 10.000 Schritte.

So, jetzt geht’s los, ich melde mich aus Bhutan!

Papa, Opa und Klaus

Vorbereitung für Bhutan
Empfang durch unseren Führer am Airport Paro

Liebe Familie,

jetzt bin ich bereits 25 Stunden in Bhutan.

Unser Flug von Kathmandu hatte eine Stunde Verspätung. Aber wir waren die ersten am Check-in und bekamen beide Fensterplätze auf der linken Seite, wegen des Achttausenderausblicks. Aber Kathmandu lag in den Wolken, aber nach wenigen Minuten waren wir über diesen. Und  auf einmal erhoben sich zaghaft die Gipfel aus den Wolken, das Massiv des Sagarmatha (bekannter unter dem Namen Mount Everest), des Makalu ( mit fast 8500 m der fünfthöchste Berg der Erde) sowie das Massiv des dritthöchsten Berges, des  Kangchönzenga (8586 m) auf der Grenze zwischen Nepal und Sikkim, das seit den 70-er Jahren zu Indien gehört.

Dann kam das Aufregendste: der Landeanflug nach Paro. Man glaubte, dass die Flügelspitzen des durch eine Schlucht fliegenden Airbusses Baumwipfel, Felsen oder Stromleitungen touchieren würden, aber alles war in der sicheren Hand der Piloten, die für diesen Airport eine besondere Lizenz benötigen. Ich war noch nie in meinem Leben ein Landungsklatscher,  aber hier habe ich meine Hände zum Applaus erhoben.

Die Bhutanesen unter den Fluggästen, die zu einem großen Teil von einem einwöchigen Ausflug aus Tibet kamen und in Kathmandu umsteigen mussten, erhoben sich schon vor der endgültigen Halteposition von ihren Sitzen und rissen ihr Handgepäck aus den Bins.

Wir gingen einige Schritte über das Flugfeld zur Ankunftshalle, ein Bild des Königs (der von jetzt an immer gegenwärtig sein sollte) strahlte uns an, unsere Pässe und Visa wurden von freundlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Nationaltracht kontrolliert, und nach wenigen Minuten kam unser Gepäck.

Am Ausgang stand ein junger Mann, ebenfalls in Nationaltracht ( ein bis zum Knie reichender Umhang, schwarze Kniestrümpfe, ein um Hals und Körper geschlungener Schal) und hielt zaghaft ein Blatt mit den Namen Wehmeyer/Besser hoch. Sofort brachte er das Gepäck zu einem Hyundai-SUV indischer Produktion, dort lernten wir auch unseren ebenfalls Nationaltracht tragenden Fahrer für die nächsten Tage kennen.

Diyay, so stellte sich unser Guide vor, sagte, wir würden gleich in die 50 km entfernte Hauptstadt Thimphu fahren. Die einstündige Fahrt entlang eines reißenden Flusses, auf schlaglochfrei asphaltierter Straße mit Mittelstreifen gab uns das Gefühl, wir wären in der Schweiz, ebenso die Temperaturen (19*) und die klare Luft, nach zwei Wochen Nepal ließ mich die behutsame Fahrweise aller Verkehrsteilnehmer trotz vieler Kurven einschlummern.

Gegen 18 Uhr waren wir am Hotel Migmar, Diyay checkte für uns ein, unser Gepäck wurde nach oben getragen, nach einer Dusche trafen wir uns im Restaurant, wo ein vielfältiges Buffett sowie Folklore auf uns wartete. Es war eine chinesische Reisegruppe aus Singapore, eine amerikanische und mehrere indische Familien dort. Für Inder gilt der Zwangsumtausch von 250 $ nicht, sie haben als Nachbarn, von denen man abhängig ist und mit denen man es sich nicht verderben will, deutlich bessere Konditionen.

Nach einem kleinen Spaziergang und einem Lagerbier aus heimischer Produktion fiel ich todmüde ins Bett.

Heute Morgen um halb acht Frühstück, nur mäßig, fand ich (keine Spiegeleier, kein Käse, keine Sausages) standen Viertel vor Neun Guide und Fahrer vor der Tür.

Vor dem Goldenen Buddha, der größten Buddhastatue auf der Welt. Von diesem Foto habe ich mir Briefmarken drucken lassen und damit Postkarten in ie Welt verschickt!
Mit buddhistischen Mönchen vor einem Kloster in Thimpu

Unsere erste Tour führte uns zu einem Zong (einem Fort) aus dem 16. Jahrhundert, heute vor allem Kloster genutzt. Um die heiligen Räume mit den riesigen Buddhastatuen zu besuchen, mussten wir uns die Schuhe ausziehen, dies war auch der Raum, in dem Novizen, häufig nicht älter als sechs, allmorgendlich ab fünf ihre Exerzitien durchführen.

Weiter ging es zu einem Gedenkmal eines vor 250 Jahren viel zu früh verstorbenen Königs, dessen Mutter dies zu seinem Andenken bauen ließ. 

Nächste Station war der Goldene Buddha, eine über 20 m hohe über der Stadt thronende Figur, von überall sichtbar und dominant. Das Bauwerk wurde 2008 begonnen, die Arbeiten sind immer noch nicht abgeschlossen. Der Lama, das höchste geistige Oberhaupt der Buddhisten in Bhutan, hält hier seine Sitzungen ab, Tausende Gläubige kommen dann auf den riesigen Platz vor der Statue zusammen. Nach dem Besuch bei Buddha fuhren wieder in ein Zhong, in dem heute das Büro des Königs und das Finanzministerium liegen, außerdem wieder ein Kloster mit ebenfalls riesiger Buddhafigur. Danach ging es weiter runter in die Stadt, der Besuch der Markthallen neben dem Fluss war angesagt, dort verkauften   Frauen ihre landwirtschaftlichen Produkte.

Mich reizten vor allem die Pfifferlinge und Steinpilze, offensichtlich gedeihen sie auch in den Vorbergen des Himalaya prächtig.

Nur wenige Meter hinter den Markthallen liegt der Bogenschießplatz. Dies ist der Volkssport in Bhutan. Dort waren zwei Mannschaften im Wettkampf. Sie mussten über eine Distanz von 200 m eine Scheibe treffen, „The Bull‘s Eye“. Die meisten Pfeile schlugen knapp daneben ein, wurde die Scheibe aber getroffen, musste die Schützen der gegnerischen Mannschaft zu Ehren des erfolgreichen Schützen der anderen Mannschaft vor der Scheibe einen Tanz aufführen.

Viele Zuschauer waren auf den Tribünen. Ich selbst hatte die wohl unbegründete Befürchtung, dass einer der Männer getroffen wird, denn sie verbargen sich nicht hinter der Steinmauer, die Schutz vor den Pfeilen bot, sondern wichen kurz vorher dem Pfeil durch Beiseitespringen aus.

Dann kam Lunch. Diyay lieferte uns in einem Touristenlokal ab, dort gab es wieder Buffett, Note 3-., aber es gab einen Kaffee, „complimentary“.

Fahrer und Guide essen extra und nicht mit den Gästen. Als wir vom Dachterrassen- Restaurant runterkamen, fuhr sofort wieder der Wagen vor, die Türen wurden aufgehalten,  und es ging wieder in die Berge, hoch zum   BBS- Tower, dem Bhutanischen Rundfunk- und Fernsehsendeturm. Die letzten 100 Höhenmeter gingen wir zu Fuß, Frau Besser immer voran ( sie hat eine unglaubliche Kondition), es regnete leicht, und wir erreichten eine Höhe von 2850 m, hatten trotz der Wolken einen grandiosen Blick auf das 700 m tiefer liegende Thimphu-Tal. Diyay zeigte uns eine auf halber Höhe liegende gerpflegte Bungalowsiedlung: es waren die Häuser für die 47 Parlamentsabgeordneten von Bhutan. Sie stehen Ihnen und ihren Familien für die Zeit des Mandats zur Verfügung und machen ihren Job noch attraktiver.

Weiter unten liegt ein Reservat für die bhutanischen Nationaltiere, die Takim, die wie eine Kreuzung zwischen Kuh, Schaf und Ziege aussehen und die Größe eines Kalbes haben. Inn den Bergregionen zwischen 5000 und 6500 soll noch eine größere Population in freier Wildbahn leben.

Unserr nächste Station war ein Museumsdorf, erinnerte mich sehr an Ehestorf in der Nähe Hamburgs. Noch heute leben bhutanische Bauernfamilien in ihren Lehmhäusern in Symbiose mit ihren Tieren. Allerdings sei jetzt auch das höchste Dorf elektrisiert, sagte Diyay, die großen Ressourcen an Wasserkraft machten es möglich.

Zum Schluss gab man uns die Möglichkeit zum Stadtbummel in der kleinen Innenstadt, wir suchten ein Café auf, in dem vor allem Ausländer, wohl Mitarbeiter von NGOs vor ihren Laptops saßen, das schnelle WIFI und der gute Cappuccino sind wohl der Grund.

Gegen 18 Uhr wurden wir im Hotel abgeliefert, ausruhen, und um halb acht wieder Buffett. Nur wenige Gäste waren im Hotel. Ich war dann ziemlich schnell eingeschlafen, allerdings nachts immer wieder wach.

Heute geht es ab neun zu einem neuen Ort, es sollen 3 Stunden Autofahrt sein und über einen Pass von mehr als 3000 m Höhe.

 

Anbei noch einige Fotos.

 

Auf dem Bogenschießplatz
Frisch Pfifferlinge auf dem Markt in Thimpu

Ihr Lieben, 

liege völlig erledigt auf meinem Hotelbett. Hatten heute ab halb acht die Tour zum „Tigernest“, das auf Grund seiner Lage exponierteste Kloster Bhutans. Der Aufstieg beträgt ca. 1000 m, steil, felsig und wegen der feuchten Luft glitschig. Aber mit den Schuhen von Asim und meinem Wanderstock hatte ich einen guten Halt. Aber die Besser lieg mir immer davon, für 78 hat sie eine unglaubliche Kondition. Ich leide noch unter OP, Trainingsrückstand und Übergewicht. Unser Führer marschierte leichfüßig voran. Einige mieteten sich Maultier, aber das zweite Stück mussten sie auch laufen. Ich verstehe nicht, wie man im 16. Jahrhundert dort die Baumaterialien hoch bekommen hat. Noch müssen die Mönche alles auf den Schultern hoch schleppen (oder in schweren Rucksäcken). 

Jedenfalls haben wir geschafft, und das Kloster war schon etwas Besonderes, aber doch wie Showbühne oder Tiere im Zoo.

Auf dem Rückweg regnete es sehr, aber ohne Ausrutscher runtergekommen.

Dann waren wir essen, wieder Buffett, richtig langweilig.

Als letzten Programmpunkt hatten wir ein Kloster aus dem 7. Jhdt. besucht, dort war zufällig gerade die „King‘s Mom“ mit Entourage, am Beten, unser Führer verneigte sich tief, aber es war nichts Besonderes.

Jetzt warte ich aufs Abendessen, wieder Büfett, um halb 8 wollen wir uns im Speisesaal treffen.

Morgen um 5 kommt unser Guide und holt uns ab, um  7 Uhr geht unser Flug.

Dann ist auch dieser Ausflug zu Ende.

 

Das Tigernest liegt noch weit über uns. Wir haben fast 500 Höhenmeter vor uns, die feuchte, tropisch warme Luft lässt uns von innen und außen nass werden, die dünne Luft auf 3000 m Höhe lässt mich nach Luft schnappen!
Wir haben es geschafft! Oben erwartet uns und viele Touristen, vor allem aus Indien, aber die Zeremonie der Mönche wirkt auf mehr mehr wie eine Theatervorführung als ein spiritueller Vorgang

Der Besuch des Tigernestes ist das ultimative Highlight eines Bhutan-Besuches. Für mich war es besonders schwer. Ich hatte mich von einer sechs Wochen zurückliegenden Operation noch nicht restlos erholt und spürte die die 12 kg Übergewicht, die ich in der dünnen, feucht-tropischen Luft mit hinauf schleppen musste. Meine Kollegin Hannelore jedoch, ein paar Jahre älter, aber ganz jung geblieben, lief leichtfüßig ohne Luftprobleme den steilen, rutschigen Weg vorweg, hielt gelegentlich an und machte mir Mut. Danke, Hannelore!

Hannelore vor dem Hauptpostamt in Thimpu, gleichzeitig das Postmuseum. Hier kann man sich von seinem Handy ein Foto mit dem eigenen Konterfei herunterladen und dann davon Postwertzeichen drucken lassen. Ich habe alle von Bhutan verschickten Postkarten mit einer eigenen Briefmarke verschickt!
Im Museum befand sich eine Figur der Postbotenlegende Bhutans. Noch vor 50 Jahren mussten die Postboten zu Fuß im ganzen Land Briefe, Nachrichten und Botschaften des Königs überbringen. Es gab damals weder befestigte Straßen noch Telekommunikationsmöglichkeiten. Dieser legendäre Postbote, ein Nationalheld, brauchte zu Fuß nur wenige Tage, um dieses Land mit seinen Siebentausendern zu durchschreiten.
Vor dem Rückflug von Bhutan nach Kathmandu

Zurück in Kathmandu

Unser Fahrer brachte uns von unserem Hotel in Paro schon frühmorgens zum Flughafen.

Noch eine Flasche Whisky im Duty Free als Geschenk für Surendra, dann der kurze Flug über Sikkim von Bhutan nach Kathmandu mit diesmal guter Achttausendersicht zwischen den aufreißenden Wolken. Ein Ausflug in das „Land der Glücksseligkeit“, das auch Vorbild für alle anderen Staaten dieser Welt ist, weil es als absolut klimaneutral gilt. Die Stromerzeugung durch die reichlich vorhandene Hydroenergie macht es möglich. 

Es war ein unvergleichlich erlebnisreicher  Ausflug. Die hohen Kosten (die mich bei meinem ersten Aufenthalt abgeschreckt haben) war es allemal wert. Und ein wenig glücksselig waren wir schon bei unserer Ankunft in Kathmandu nach dem einstündigen Flug.

Liebe Familie,

bin gerade zurück von unserem letzten Ausflug. Er führte uns nach Balthali, ein Dorf nur 40 km von uns in Patan, welches neuerdings Lalitpur genannt wird, entfernt, aber doch nur in drei Stunden Fahrtzeit mit Öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen.

Wir gingen mit unseren Rucksäcken beladen runter zum Hochwasser führenden Bagmati River, über die Fußgänger- und Motorradbrücke weiter in Richtung Bhaktapur Road, das letzte Stück nahmen wir ein Elektrodreiradtaxi, freundliche Mitfahrer zeigten uns dann den Einstieg für den Bus nach Panauti. Der “Ausrufer”, ein junger Mann, der die Fahrgäste einzufangen hatte, sprang immer elegant auf und ab, versuchte, den Bus voll zu bekommen, schaffte es auch, und es ging vollbeladen nach Bhaktapur, einer der drei alten Königsstädte. Dort war Fahrgastwechsel, nur wenige wie wir blieben sitzen. Die Straße war zwar asphaltiert, aber halb Meter tiefe Schlaglöcher ließen mich spüren, dass mit meinen Bandscheiben nicht alles in Ordnung sein kann. Ich hatte zum Glück direkt hinter dem sein Handwerk beherrschenden Fahrer einen Platz mit Beinfreiheit, jeder Billigflieger hätte in den normalen Sitzreihen den Bus um Längen bezüglich der Beinfreiheit geschlagen.

Nach zweieinhalb Stunden hatten wir Panauti erreicht, Hannelore hatte den Trip organisiert und die Verhandlungen telefonisch noch mit dem Balthali Resort geführt, wir sollten abgeholt werden.

In Panauti standen wir im Regen, aber nicht, weil wir nicht abgeholt wurden, sondern gleich zweimal……. einmal vom Balthali Mountain Resort und einmal vom Balthali Village Resort… und mit beiden hatte Hannelore die Tage zuvor vom Bus telefoniert… die Besitzer von beiden sind zwei Brüder, die aber jetzt Konkurrenten um die Gunst der Gäste sind. Surendra hatte für uns im Mountain Resort Zimmer bestellt, Hannelore hatte den anderen  Bruder im Village Resort kontaktiert, wusste jedoch nicht, dass es zwei verschiedene Einrichtungen waren. Ich hielt mich raus, wir fuhren dann jedoch mit dem Tata (indischer Geländewagen) vom Village, der andere musste mit seinem Toyota Landcruiser die ca. 15 km Offroadstrecke alleine zurück. Der Besitzer sprach Deutsch, schnell und ohne Pause, spülte seine Vita herunter, wo er überall in Deutschland war und wie toll Deutschland sei. Ich hatte ihn schon die Woche zuvor bei der Versammlung des Trägervereins vom Goethe-Zentrum kennengelernt, dort hatte ich schon dieselbe Geschichte gehört, und dort hatte Hannelore auch seine Visitenkarte bekommen und deshalb mit ihm Kontakt aufgenommen in der Annahme, es sei auch Surendras Kontakt. 

Jedenfalls kam sehr schnell der Anruf von Surendra, er schien nicht ganz erfreut über das Missverständnis.

Es ging hoch zum Resort, teilweise 20 % Steigung, Felsblöcke, tiefe Löcher, Bergrutsche, aber der indische Tata vollbrachte alles ohne Murren.

Das Resort liegt herrlich, auf dem Berg, toller Ausblick (leider waren die Himalayaberge mal wieder von den Wolken verhüllt), darunter Reisterrassen und das Dorf. Wir erfuhren, dass das daneben liegende Mountain Resort  von dem Bruder unseres Besitzers eine Kopie seines Resorts sei und der Bruder ihn wirtschaftlich kaputt machen wolle.

Unsere Zimmer waren gut, mit Balkon, am nächsten Morgen konnte man sogar für wenige Minuten die Gipfel einiger 8000-er sehen.

Unser Patron hatte seinen 21-jährigen Neffen für uns als Guide bestellt, er fängt jetzt auf der Reiseführerakademie an und macht im Village Resort sein “Praktikum”. Er führte uns zwei Stunden durch das Dorf, durch Reisfelder, die gerade abgeerntet werden und auf denen nach Ablaufen des Wassers sofort als zweite Frucht Kartoffel gepflanzt werden, an Häusern vorbei, an denen der Mais und die Chilis getrocknet werden, der Reis in Säcke gefüllt und die “Spreu vom Weizen getrennt” wird, das Vieh lebt im Erdgeschoss der Häuser, die Menschen oben. Ein Mann stand mit einem Katapult am Maisfeld und zielte auf Affen, die aus dem Regenwald, der an den steilen Abhängen klebte, kamen und die Maiskolben klauten.

Unser Führer kannte jeden, er sagte, alle im Dorf seien miteinander verwandt. Dann tranken wir noch einen Tee, bevor wir uns wieder an den steilen Aufstieg zum Resort machten. Gegen 19 Uhr, nach einem lokalen “Mountain-View-Whisky”, aßen wir eine chinesische Reistafel de luxe, nicht 100 % chinesisch, aber ein anderer Geschmack. Es waren noch einige andere Gäste, mit Führer und auch mit Träger da, diese aßen in einem anderen Raum.

Am nächsten Morgen kurz Berge gucken, es folgte ein gutes Frühstück. Dann gingen wir mit Prola, unserem Führer zum oberhalb gelegenen  Mountain Resort des Bruders und klärten das Missverständnis auf. Wir wurden sehr freundlich empfangen, zu einem Drink und  Tee eingeladen und stellten nach einer ausführlichen Ortsbegehung fest, dass dies wohl  die bessere Wahl gewesen wäre.

Dann ging es schon wieder an den Abstieg. Prola führte uns über zwei über Wildwasser gespannte Hängebrücken in das nächste Dorf Khopasi, wo wir in den Bus nach Panauti stiegen, das wir über eine unbefestigte Schlaglochpiste erreichten. Dort aßen wir in einem Restaurant für “Locals”, Momos, gefrittetes Gemüse (Pakoras) und Samosas, mit Kartoffeln gefüllte Teigtaschen, dazu je eine Cola, für 1,70€ alles zusammen. Das Essen schmeckte gut, aber beim Besuch des Klos wurde das sehr niedrige Preisniveau doch bestätigt.

Dann wieder zwei Stunden zurück nach Kathmandu, ich saß direkt neben dem Fahrer. Schlaglöcher, durchgeschlagene Stoßdämpfer, die Bandscheiben haben schon im Voraus danke gesagt.

Noch eine halbe Stunde Fußweg durch den Feierabendverkehr nach Patan,  ich wollte  zu Hause im K 2 eine heiße Dusche nehmen, aber das Wasser war kalt… zu wenig Sonne für die Warmwasseraufbereitung. 

So, das war einer meiner letzten Berichte, Dienstag soll mein Abflug sein.

Alles Gute euer Klaus

Blick auf Reisterrassen von unserem Resort
Straße von Bathali nach Panauti
Wildwasser von der Hängebrücke
Hannelore auf der schwankenden Brücke
Ländliche Idylle
Wohlverdiente Pause beim Hiken

Liebe Familie,

 die vorletzte Nacht ist vorbei.

Koffer ist weitgehend gepackt, will heute Vormittag noch mal durchs Quartier schlendern, sehen, dass ich meine letzten Rupies unters nepalesische Händlervolk bringe, will noch einen Friseur suchen, dann gehts heute Nachmittag zum Abrechnen zu Goethe. Den Abschlussbericht hat Hannelore geschrieben, während ich den Kartoffelsalat  für die Abschlussparty im Goethezentrum vorbereitet habe.

Sie hatte auch noch Bier mitgebracht, und wir aßen dazu noch ein Linsen-Gemüse-Curry mit Reis.. Ein Bier hab ich jetzt noch im Koffer, dann kann ich euch Di-abend auf ein “Namaste” (große Flasche) einladen.

Jetzt will ich schnell duschen, hoffe, dass ich warmes Wasser habe, die Solaraufheizung klappte die letzten Tage wegen des miesen Wetters nicht mehr.

Doch heute Morgen ist blauer Himmel.

Unser Führer Surendra ist mit Gästen auf einer dreiwöchigen Trekking- Tour in Mustang. Die kleinen Flugzeuge, die in die Bergregionen starten, konnten drei Tage wegen des schlechten Wetters nicht fliegen. Dann hätten sie Jeeps gemietet, einer auf diesen fürchterlichen Pisten abgeschmiert und irreparabel liegengeblieben. 

Ein anderer befreundeter Reiseleiter, Rüstem, war mit einem Paar 3 Wochen zwischen 4000 und 5500 m Höhe unterwegs. Am vorletzten Tag ist die ca. 55-jährige ausgerutscht und abgestürzt, dem beherzten Sherpa gelang es,  an einem Seil zu ihr ca. 25 m runterzukommen, wo sie zum Glück an Büschen hängengeblieben war, sie konnten sie hochziehen. Die Frau war weitgehend unverletzt, aber völlig traumatisiert.

Rüstem sagte, er als verantwortlicher Reiseleiter wäre er erstmals ins Gefängnis gekommen, wenn sie tödlich verunglückt wäre.

Hoffe, dass bei uns der letzte Tag gut verläuft

 alles Liebe

30.9.19

Abschiedsparty im Goethezentrum in Kathmandu, es gab deutsches Bier, Bratwürste vom deutschen Schlachter und ein Stück der Abschiedstorte

Liebe Familie,

war um halb 6 gestern Abend wieder gut gelandet.  Hatten die ganze Zeit hervorragende 7- und 8-Tausender-Sicht, nach Himalaya und Karakorum auch ds Elbursgebirge im Iran mit dem höchsten Berg des westlichen Asiens, dem Tamarwand mit 5671 m Höhe. Wenig später die Sicht auf das Kaspische und Schwarze Meer, dazwischen der schneebedeckte Kaukasus mit dem höchsten Berg Europas, dem 5642 m hohen Elbrus. Und dann immer wieder schön der Anflug auf Istanbul. Dort trennten sich Hannelore und ich. Sie flog weiter nach Berlin, ich nach Hamburg, wo ich ebenfalls gut gelandet bin.

Alles Gute Papa

 

Dear Nischal,

Hannelore and me arrived without complications yesterday evening in Hamburg and Berlin. We had a wonderful flight with an overview of the whole Himalaya range. Hamburgers rainy and Cold now, 10 ° C, we now Need heating or chimney.

Nischal, I miss one of my glasses (my most important one) in a green case: Did I Forget them in the of the desk below the mirror or in another place. I you will find the glasses, please inform me, and I  will decide, how to get them to Germany. 

I wish you a lot of friendly guests in K 2, a nice time with your family during the festival time, say also hello to your parents.

yours sincerely

Klaus and Hannelore

2.10.19

Blick auf Achttausender beim Rückflug nach Deutschland

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